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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen Tab. 5.11: Charakteristika heilsamen und gestörten Spielens (aus: Hensel, 2007; mit freundlicher Genehmigung des Hogrefe Verlags) Heilsames Spiel
Gestörtes Spiel
Traumatisches Spiel
Als-ob-Charakter (Fähigkeit zur Symbolbildung)
Ausweitung der Fantasie (Grenzen zur Realität verschwimmen)
Endlose Wiederholungen von Spielhandlungen ohne inhaltliche Entwicklung
Spielfähigkeit (Flexibilität zwischen Fantasie und Realität)
Fantasielosigkeit (keine Alsob-Haltung möglich)
Automatisierte und wenig differenzierte Verhaltensmuster
Emotionale Resonanz
Abrupter Wechsel zwischen Spiel und Realität
Abrupte Spielabbrüche bei Überflutung
Entwicklung im Spielgeschehen
Zunahme von Angst und Verzweiflung mit der Spieldauer
Dies bedeutet für die spieltherapeutische Arbeit mit komplextraumatisierten Kindern im Einzelnen: • Ebene der Beziehungsgestaltung Das tiefe Verkörpern der klientenzentrierten Grundhaltungen (Wertschätzung und nicht-besitzergreifende emotionale Wärme, echtes selbstkongruentes und transparentes Engagement und empathisches Einfühlungsvermögen) durch den Therapeuten stellen für diese bedingungsfreie beziehungstraumatisierten Kinder eine, wenn nicht die basale Unterstützung (korrektive Beziehungserfahrung, Grawe 1998) dar, um wieder Vertrauen zu Menschen fassen zu können. In Abgrenzung zu klassisch analytischen Konzepten darf eine Entfaltung der Traumadynamik in der therapeutischen Beziehung (Übertragung) nicht zugelassen werden, sondern muss auf die analoge Ebene (Fahrig 1991) verlagert werden. Nur hier kann sich das Kind in der Symbolisierung und im Agieren sicher fühlen. Insbesondere die sogenannte »Retter-Opfer-Täter-Dynamik«, die sich etwa in eigenen Gefühlen von Allmachtsfantasien, Hilflosigkeit und Ohnmacht widerspiegeln können, müssen beachtet werden. Der Therapeut muss Anzeichen eines desorganisierten Bindungsverhaltens ihm gegenüber beim Kind erkennen und damit umgehen. Zur Erinnerung: Die desorganisierte Bindung zeichnet sich dadurch aus, dass das Kind seiner Bindungsperson gegenüber in einem Annäherungs-/Vermeidungskonflikt gefangen ist. Es erlebt seine Bindungsperson als ängstigend, wenn diese wiederholt »traumatisiertes« (impulsives oder dissoziatives) Verhalten in einer bindungsrelevanten Situation zeigt. • Differentielle und störungsspezifische Interventionen Weinberg (2005) hat in ihrem Modell der traumazentrierten Spieltherapie, das nicht genuin aber implizit klientenzentriert ausformuliert ist, Anregungen aus dem Psychodrama übernommen und eigene Vorgehensweisen entwickelt, die das Kind vor Überflutung und quälenden unproduktiven Wiederholungen von 202