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5.3 Komplexe Auffälligkeiten
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»Die Indikation einer Pharmakotherapie ist generell zu prüfen, wenn erstens psychotherapeutische Methoden alleine nicht oder wenig wirksam sind und zweitens
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gravierende komorbide Störungen bestehen, die zu einer massiven Reduktion der
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Lebensqualität führen« (Marti, i. D.).
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Die Behandlung von einfach und komplextraumatisierten Kindern unterscheidet
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sich deutlich, so dass zunächst das therapeutische Vorgehen bei einmaliger oder
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mehrfacher schwerer Belastung (Unfall, Vergewaltigung, medizinische Maßnahme,
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…) beschrieben werden soll.
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a) Therapeutisches Vorgehen bei singulärem Trauma (Anpassungsstörung, einfach PTBS)
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Obwohl ein erfolgreicher Fallbericht über eine achtstündige non-direktive
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Spieltherapie bei einem neunjährigen Jungen nach einem Sturz von einer Kletterwand vorliegt (Ryan & Needham 2001), brauchen Kinder in der Regel zusätzliche
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Hilfen zur Prozessierung der traumatisierenden Erfahrung. Hier ist ein direktives,
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strukturiertes, auf Traumaexposition zielendes Vorgehen angezeigt. Hierfür stehen
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eine Reihe von Verfahren zur Verfügung, die sich als wirksam und effektiv erwiesen
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haben:
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• Trauma-fokussierte kognitiv-behaviorale Therapie (Landolt 2007)
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• EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) (Hensel 2007a)
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• Strukturierte Trauma Intervention (STI) (Weinberg 2005, Weinberg & Hensel i.
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D.)
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• Narrative Expositionstherapie (KIDNET) (Schauer et al. 2005, Ruf et al. i. D.)
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• Hypnotherapie (Signer-Fischer, i. D.)
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Einige dieser Methoden sind mit relativ geringem Aufwand zu lernen und es sollten
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mindestens zwei Verfahren beherrscht werden, um unterschiedlichen Klienten gerecht werden zu können.
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Neben dieser zusätzlichen Methodenkompetenz sind für den Kinder- und Jugendlichentherapeuten folgende Aspekte von Bedeutung:
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• Ebene der Beziehungsgestaltung
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Der Therapeut sollte aktiv versuchen, so schnell wie möglich einen guten Rapport
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[Zugang] zum Kind (und seinen Bezugspersonen) im Sinne einer gemeinsam zu
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bewältigenden Aufgabe zu bekommen (Stressreduktion). Ein guter Rapport
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reicht in der Regel aus, um eine Traumaexposition durchzuführen. Das Vorgehen
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des Therapeuten sollte transparent und dialogisch orientiert sein.
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Traumatisierte Kinder haben, je nach Kernthema ihrer traumatischen Erfahrung
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ein besonderes Bedürfnis nach Bedrohungsfreiheit und maximaler Kontrolle über
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die Situation. Im Sinne der komplementären Beziehungsgestaltung (Grawe 1998,
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2004), deren Zielsetzung es ja ist, diese Bedürfnisse in der Sitzung real zu befriedigen, wird der Therapeut je nach Situation sein Beziehungsverhalten auf der
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Grundlage der klientenzentrierten Trias14 spezifisch gestalten.
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14 Als Hauptagens in der klientenzentrierten Psychotherapie sieht Rogers die therapeutische
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Beziehung. Wesentliche Charakteristika der therapeutischen Grundhaltung sind empathi-
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