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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
• Brüchiges, instabiles Selbstbild, diffuses Identitätsgefühl. • Instabile aber heftige Beziehungen, die zwischen extremer Idealisierung und Entwertung, zwischen sehnsüchtiger Bindung und harscher Zurückweisung schwanken. • Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassen-Werden zu vermeiden. • Extreme Formen impulsiven, selbstschädigenden Verhaltens (Selbstverletzung, z. B. durch Aufritzen der Arme oder Selbstmorddrohungen). • Chronisches Gefühl von Leere oder Langeweile, wobei alles Mögliche für Zeitvertreib und Beschäftigung bereit steht. • Verstärktes Schwarz-Weiß-Denken, Spaltung der Welt in nur Gut oder nur Böse (d. h. ›entweder/oder‹ statt ›sowohl als auch‹). • Von paranoidem Misstrauen geprägte Phantasieaktivität. • Schwierigkeiten, aus positiven emotionalen Erfahrungen zu lernen und daraus veränderte Handlungs- oder Interaktionsstrategien abzuleiten« (Adam & Peters 2003, S. 63). Zusammengefasst stehen bei den Auffälligkeiten drei Bereiche im Vordergrund: a) Eine hohe Impulsivität und fehlende Fähigkeit, die eigenen Affekte zu regulieren. Hierzu gehört eine hohe Sensibilität für emotionsauslösende Situationen, eine übersteigerte Intensität der Affekte; hinzukommt, dass die Rückbildung von Erregungsprozessen verzögert erfolgt. b) Die Schwierigkeit, eigene und fremde Affekte wahrzunehmen und zu differenzieren. »Die Bedeutung diskreter Gefühle wird ignoriert, was zu einer Unfähigkeit führt, Gefühle in angemessenes Verhalten umzusetzen. Fehlwahrnehmungen und Störungen in der Kommunikation mit anderen sind die Folge« (Leichsenring 2004, S. 263). c) Eine besondere Beziehungsdynamik, die durch das extreme Schwanken von intensiven Nähewünschen einerseits und starken Abgrenzungsbedürfnissen andererseits gekennzeichnet wird; diese Beziehungsdynamik wird immer wieder inszeniert und in Verhalten umgesetzt. Renneberg (2001) spricht von einem zunehmenden »Teufelskreis stabiler Instabilität: Die Probleme der affektiven Instabilität, des impulsiven Verhaltens und der Schwierigkeiten in Beziehungen bedingen einander und schaukeln sich hoch, so, dass aus diesem Teufelskreis eine permanente psychische Krise resultiert« (Renneberg 2001, S. 399) (c Abb. 5.12). Ressourcen Neben den starken Problemen und dem Leidensdruck für sich selbst und oftmals auch das unmittelbare Umfeld zeigen Menschen mit Borderline-Entwicklungsstörungen allerdings auch Ressourcen und Stärken, auf die insbesondere Renneberg (2001) hinweist: 178