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5.3 Komplexe Auffälligkeiten
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der Persönlichkeitsentwicklungsstörungen als Kategorie vor. Sie definieren Persönlichkeitsentwicklungsstörungen wie folgt:
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• »Wenn sich bei dem Kind oder Jugendlichen Merkmalskonstellationen vorfinden
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lassen, die starke Ähnlichkeiten zu Persönlichkeitsstörungen haben, wie sie in
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(…) ICD-10 (…) diagnostiziert werden.
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• Wenn sich Problemverhaltensweisen bereits über einen längeren Zeitraum
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(mindestens ein Jahr) verfestigt und eingeschliffen haben, diese nicht auf eine
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Entwicklungsphase begrenzt sind und sich eine Chronifizierung deutlich abzeichnet.
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• Wenn diese Problemverhaltensweisen zu erheblichen Beeinträchtigungen in
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mehreren Lebensbereichen führen oder schon geführt haben.
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• Wenn diese nur schwer, sowohl therapeutisch, wie pädagogisch beeinflussbar
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sind.
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• Wenn beim Kind/Jugendlichen ein eher geringes Problembewusstsein und/oder
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Leidensgefühl zu erkennen ist, dafür aber das Umfeld gravierend unter den
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Fehlverhaltensweisen leidet.
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• Wenn sich dysfunktionale Interaktionsstile ausgebildet und die Oberhand gewonnen haben und zu ständigen sozialen Kollisionen führen.
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• Wenn durch Problemverhaltensweisen die Entwicklung der Persönlichkeit des
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jungen Menschen in dem Sinne bedroht ist, dass ihm zunächst die soziale Integration in Familie und Schule und dann voraussichtlich im Erwachsenenalter in
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Beruf und Gesellschaft misslingt und damit auch die Gefahr der seelischen Behinderung (…) offensichtlich wird« (ebd., S. 46).
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Auch Streeck-Fischer (2006b) schlägt vor, für Jugendliche den umfassenderen Begriff der Persönlichkeitsentwicklungsstörung (anstelle des Begriffs der BorderlineStörung) zu benutzen, um die vielfältigen Symptome und ihre »Wechselhaftigkeit«
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(ebd., S. 167) in einem Cluster erfassen zu können. Auf dieser Grundlage soll im
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Folgenden die »Borderline-Störung« betrachtet werden.
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Symptomatik, Definition
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Menschen, die unter der Auffälligkeit der Borderline-Störung leiden, zeigen dramatische und extreme Schwankungen in ihren Gefühlen, in ihrem Selbstbild und in
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ihren Einstellungen der Welt gegenüber. »Sie handeln oft impulsiv und gefährden
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sich selbst auf verschiedenste Art und Weise, z. B. indem sie exzessiv Alkohol trinken,
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Drogen nehmen oder sich selbst verletzen. Besonders häufig zeigen sich die Probleme im interpersonellen Bereich. Engen Beziehungen stehen (diese) Patientinnen
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(…) oft ambivalent gegenüber: Einerseits sehnen sie sich nach Nähe und Intimität,
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andererseits halten sie diese kaum aus. In den Partnerschaften kommt es zu heftigen
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Auseinandersetzungen, die häufig durch extreme Eifersucht und Abwertungen des
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Partners gekennzeichnet sind, gleichzeitig aber klammern sich die Betroffenen an
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ihre Partner und haben große Angst davor, verlassen zu werden« (Renneberg 2001,
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