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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
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sammenhängen, z. B. in Schulen, Jugendzentren oder Heimgruppen. Es erfolgt
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eine wechselseitige Gewöhnung von Betreuten und Pädagogen an diese Atmosphäre und der Pegel an verbaler und dann auch körperlicher Aggression steigt
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langsam aber stetig – Gewalthandeln gilt anscheinend als toleriert und damit
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legitimiert. Sturzbecher und Hess (2002) konnten anhand einer breiten Untersuchung in Brandenburg zeigen, »dass Schulen, in denen Gewalt herrscht und
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ignoriert wird« einen »herausragenden Risikofaktor bei der Entwicklung von
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Jugendgewalt darstellen« (ebd., S. 210).
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d) Alkohol und Drogen
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Es gibt eine Reihe von Studien (vgl. die Übersicht bei Krahé 2001, Al-Wiswasi
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2004), die einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Alkohol- bzw. Drogenkonsum und dem Realisieren gewalttätigen Handelns belegen. Alkohol vermindert die Fähigkeit zur Selbststeuerung, zugleich wird die Wahrnehmung
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sozialer Situationen undifferenzierter. Beides führt dazu, dass die Hemmschwelle
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zur Ausübung gewalttätigen Handelns sinkt.
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e) Eindeutige Hinweisreize
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Das Vorhandensein von Hinweisreizen (»Weapons-Effect«, Krahé 2001, S. 67 ff)
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auf aggressive Ausdrucksmöglichkeiten, wie z. B. das Vorhandensein von Waffen,
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erhöht die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von aggressivem Verhalten deutlich. Dies bedeutet, dass Hinweise auf Waffen, die auch »nur« zur Selbstverteidigung gedacht sind, zur Aufrüstung des Gegenübers führen und die Hemmschwelle zur Ausübung von Waffengewalt senken. Borg-Laufs (1997) relativiert
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die Bedeutung der Hinweisreize ein wenig: »Bestimmte Hinweisreize wie etwa
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Waffen, bestimmte Kleidung oder bestimmte Slogans [können] aggressives Verhalten auslösen oder erleichtern. Diese Hinweisreize können allerdings von
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Person zu Person – je nach persönlicher Lerngeschichte – sehr stark variieren«
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(ebd., S. 86).
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f) Frustrationen
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Frustrationen können bekanntermaßen Aggressionen auslösen. Allerdings weist
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Borg-Laufs (1997) zu Recht darauf hin, dass die aggressionsauslösende Bedeutung von Enttäuschungen oder einschränkenden Bedingungen überbetont
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wurde (und z. T. auf Artefakte der empirischen Laborforschung zurückzuführen
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ist): »Tatsächlich ist wohl unbestreitbar, dass Frustrationen auch Aggressionen
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erzeugen können, allerdings ist aggressives Verhalten nur eine mögliche Reaktion unter vielen anderen möglichen Reaktionen« (ebd., S. 87). Dies bedeutet,
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dass Frustrationen vor allem dann Aggressionen hervorrufen, »wenn das aggressive Individuum gelernt hat, in einer solch frustrierenden Situation aggressiv
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– und nicht anders – zu reagieren« (ebd., S. 88).
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g) Rolle der Medien
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In verschiedenen Labor-Studien konnte nachgewiesen werden, dass sich das aggressive Verhalten durch das Betrachten gewalttätiger Filme in geringem, teilweise auch statistisch signifikantem Maß erhöht. In Längsschnittstudienkonnte
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gezeigt werden, dass Kinder, die im Alter von acht Jahren in verstärktem Maße
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mit aggressiven Medien konfrontiert waren, auch 20 Jahre später eine höhere
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Affinität zu Filmen oder PC-Spielen mit entsprechendem Inhalt zeigten und
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auch tendenziell sich stärker gewalttätig verhielten (vgl. Krahé 2001). Eine Er164
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