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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
danklich oft von Sorge zu Sorge, ohne dass ein Gedanke zu Ende gebracht wird. Das Belastende für die Betroffenen ist die Unkontrollierbarkeit der Besorgnis, dass sie nicht aufhören können, sich Sorgen zu machen, »selbst wenn sie erkennen, wie unglücklich sie sich selbst dadurch machen« (Essau 2014, S. 66). Die Betroffenen sind zudem oft perfektionistisch und angepasst, kleinere Kinder sprechen oft gar nicht über ihre Gedanken. Das Erkennen der Störung ist dadurch erschwert. Im ICD-10 wird die GAS unter F 41.1 codiert, im ICD-11 unter 6B00. In einigen Klassifikationen werden auch die Zwangsstörungen, die posttraumatischen Belastungsstörungen sowie die akute Belastungsstörung als Unterkategorie der Angststörungen aufgeführt. Den posttraumatischen Belastungsstörungen ist in diesem Buch ein eigenes Kapitel gewidmet; die Zwangsstörungen sind im Eingangskapitel erwähnt – daher wird an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen. Epidemiologie und Verlauf Epidemiologie Aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden schwanken auch die Zahlen zur Epidemiologie der Angststörungen erheblich (c Tab. 5.1). Allerdings geben die meisten Studien eine Prävalenz von 10–18 % an. Es gibt Hinweise, dass sich die Prävalenzen während COVID-19 erhöht haben. So berichtet internationale Metaanalyse von gestiegenen Prävalenzen (20,5 % Racine et al., 2021; 26 % Ma et al., 2021). Auch Studienergebnisse aus Deutschland berichten von einem Anstieg ängstlicher Symptomatik, der allerdings im Verlauf der Pandemie wieder rückläufig war (von 15 % auf bis zu 30 %, mit wieder sinkender Tendenz; Ravens-Sieberer et al., 2022). Inwieweit es sich dabei um vorübergehende Phänomene handelt, ist noch unklar. Tab. 5.1: Epidemiologie von Angststörungen (vor COVID-19) Prävalenz nach
in
5,2 %
Systematisches Review und Metaanalyse von StuBarican et al. 2022 dien bis 2021 (VOR Covid), international: Länder mit hohen Einkommen
10,6 % 15,1 %
klinisch bedeutsame Anzeichen für Angst nach Elternbericht Selbsteinschätzung Kinder und Jugendliche
Klasen et al., 2016 (Deutschland, Bella-Studie)
6,2 %
Metaanalyse international
Polancyck et al., 2015
10,4 %
Ihle & Esser 2002
Schneider 2006
9 – 14 % 10 – 28 %
Elternurteil Selbsteinschätzung Jugendliche
Plück et al. 2000
15 %
Bernstein et al. 1996
Petermann et al. 2000b
10,8 %
Fergusson et al. 1993
Petermann et al. 2000b
100