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5.1 Internalisierende Auffälligkeiten
irreal und unbegründet ist« (Petermann & Essau 2013, S. 337.). Diese Angst führt zu
Flucht- und Vermeidungsverhalten; die Funktionstüchtigkeit im Alltag wird ebenso
eingeschränkt wie die soziale Kontrolle. »Die häufigsten Inhalte von spezifischen
Phobien sind bei Vorschulkindern Angst vor Fremden, Dunkelheit und Tieren, bei
Grundschulkindern kommen Ängste vor Stürmen, Gewitter und Angst um die
eigene Sicherheit hinzu. Bei den 12- bis 17-Jährigen sind die häufigsten Phobieinhalte Angst vor Tieren, Naturkatastrophen und vor spezifischen Situationen wie
engen Räume, Höhen etc., aber auch die Angst vor Erbrechen (Emetophobie) ist
nicht selten. « (Schneider 2019, S 525). Generell lässt sich zwischen mehreren
Subtypen unterscheiden:
• Tier-Typ (z. B. Insekten, große Tiere, Hunde),
• Umwelt-Typ (z. B. Gewitter, Sturm, Erdbeben),
• Blut-Injektion-Verletzungs-Typ
• situativer Typ (z. B. Tunnel, enge Räume, Fahrstuhl),
• andere Typen (Ersticken, Erbrechen, laute Geräusche, kostümierte Figuren) (ebd,
S. 528).
Die betroffenen Kinder und Jugendlichen leiden unter dieser Angst, der Alltag wird
beeinträchtigt. Die Kinder versuchen, Situationen zu vermeiden, bei denen sie auf
das gefürchtete Objekt stoßen könnten. Bei einer Konfrontation, aber auch schon
beim Gedanken daran, kommt es zu körperlichen Symptomen wie Schwitzen,
Magenbeschwerden oder beschleunigtem Herzschlag.
Während die ICD-10 Phobien im Kindes- und Jugendalter und Phobien im Erwachsenenalter unterscheidet, wurde diese Trennung in der ICD-11 aufgehoben.
Die »phobische Störung des Kindesalters«, die besonders entwicklungsphasenspezifische Ängste umfasst (ICD-10: F 93.1), die allerdings über diese Phasen hinaus
anhalten, also entwicklungsunangemessen und mit einer deutlichen Beeinträchtigung verbunden sind, wurde in der ICD-11 entsprechend gestrichen.
Panikstörung und Agoraphobie
Das Kennzeichen von Panikattacken, also heftigen, zeitlich umgrenzten Angstanfällen, ist, dass sie unerwartet, aus »heiterem Himmel« auftreten und durch keinen
spezifischen Reiz ausgelöst werden (vgl. Schneider & Herren, 2019). Im Kern der
Panikstörungen stehen Panikanfälle, die weder durch ernsthafte Bedrohungen,
noch durch Krankheit oder körperliche Anstrengungen ausgelöst werden. Panikattacken treten in der Regel erst ab dem zwölften oder 13. Lebensjahr auf. Die erste
Panikattacke tritt meist ohne Vorwarnung auf; viele Jugendliche erleben sie, während sie gerade mit irgendetwas beschäftigt sind. Für gewöhnlich erreichen sie innerhalb von zehn Minuten ihren Höhepunkt und gehen dann innerhalb einer
Stunde zurück. Jugendliche, die unter einer Panikstörung leiden, bewerten die
körperlichen Symptome, die während einer Panikattacke aufgetreten sind, als sehr
intensiv und bedrohlich. Sie beginnen, Situationen zu meiden, in der sie eine Panikattacke hatten und von denen sie fürchten, es könnte erneut eine Panikattacke
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