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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 153 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
- Sozialräumliche, integrierte und flexible Jugendhilfe im Gemeinwesen
Hier entschlossen sich der Betreuer und die Betreuerin zur Intervention, ohne vorher die einzelnen Positionen abzufragen. Ziel der Intervention war die Verdeutlichung des aktuellen Musters und seiner Folgen. Die extreme Polarisierung wurde eingesetzt, um wieder Schritte der Annäherung zu ermöglichen.
- Intervention Sie schicken B ganz aus dem Zimmer, bei offener Tür. A: Dies würde den Konflikt lösen. D: B sei jetzt der »Buhmann«. C: B sei ihr jetzt zu weit weg.
B hört die Rückmeldungen der anderen (offene Tür), darf sich selbst aber noch nicht äußern. 2. Intervention B immer noch außerhalb des Zimmers, jetzt bei geschlossener Tür. A: Zuerst »Hurra!«, danach habe sie ein schlechtes Gewissen bekommen. C: So solle es nicht sein. D: So wolle sie das auf keinen Fall.
B hört die Rückmeldungen der anderen nicht, wird später hereingebeten und erfährt von D im Auftrag von allen die Aussagen. Danach gibt B Rückmeldung über ihre Gefühle dabei, »draußen« zu sein. B: Draußen zu sein mit offener Tür sei zeitweise erleichternd gewesen. Nachdem die Tür zu war, habe sie es kaum aushalten können.
Die gemeinsame Auswertung folgt als Nächstes, verbunden mit dem Herausarbeiten des Konfliktlösungsverhaltens in der Herkunftsfamilie und der Aktivierung der dort erlernten Muster auch in der Wohngruppe. Erste Lösungsschritte: Jede Bewohnerin überlegt sich einen eigenen Beitrag, mit dem sie zur Entspannung der Konfliktsituation beitragen könne, und setzt diesen ab sofort um. Ein Termin zur weiteren Überprüfung und Auswertung wird abgesprochen. In der weiteren Gruppen- und Einzelarbeit wird die Beziehungsdynamik der Gruppe weiterhin thematisiert, unter Einbezug der Beziehungsmuster in der Herkunftsfamilie und ihre Auswirkung auf die aktuelle Situation. 153