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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 111 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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5. Die Mehrgenerationenperspektive zu Beginn des Hilfeprozesses
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glieder hinsichtlich des Gebens und Nehmens existiert. In diesem
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»Hauptbuch der Gerechtigkeit« werden alle in der Familiengeschichte vorgekommenen Abweichungen von der Gegenseitigkeitsnorm
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(dem Ausgleich von Geben und Nehmen) erfasst. Die Norm der Gegenseitigkeit ist in Eltern-Kind-Beziehungen zunächst schwer zu
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erfüllen. Generell erhält jede neu heranwachsende Generation »gerechterweise« in etwa das an Liebe und Fürsorge, was der vorangegangenen zuteil wurde. Entstehen jedoch »Lücken« hinsichtlich des
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Gebens und Nehmens in der Kontinuität der Generationenkette –
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d. h. strukturelle Defizite hinsichtlich des Ausgleichs von Geben
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und Nehmen zwischen den Generationen und innerhalb einer
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Generation – kann dies zu unausgeglichenen »Konten« und damit
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paradoxerweise zu erhöhten Loyalitätsverpflichtungen führen. Boszormenyi-Nagy und Spark sehen in der Abwehr von Loyalitätsverpflichtungen eine der wesentlichen Ursachen für eine blockierte
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Gegenseitigkeit in Familienbeziehungen und ein stark reduziertes
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Urvertrauen innerhalb des gesamten Familiensystems. Loyalitätskonflikte prägen ihrer Meinung nach auf einer weitaus tieferen Ebene
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das emotionale Familienklima als Interaktions- oder Kommunikationsmuster (s. Boszormenyi-Nagy u. Spark 2001).
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• Jürg Willis Konzept der sequenziellen mehrgenerationalen Auflösung
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konfliktträchtiger Familienthemen enthält eine tröstliche Botschaft:
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Jede Generation liefert einen Teilbeitrag für Lösungen, den die nächste übernehmen und weiterführen kann. Keiner Generation wird eine
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Gesamtlösung abverlangt, jede bereitet den Weg für die Lösungsversuche der ihr nachfolgenden. Im intergenerationalen Dialog konstituierte und weiterentwickelte Themen, Muster, Konflikte verbleiben
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nicht als unverrückbare Blockaden im Netz der Familienbeziehungen. Sicher entfalten negativ besetzte Themen und konfliktinduzierende Muster eine blockierende Kraft und binden systemische Entwicklungspotenziale. Aber in ihrer interaktiven Übernahme durch
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die nächste Generation entwickeln sich Stufen ihrer Auflösung, und
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so entsteht eine »transgenerationelle Korrektur des fehlentwickelten
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›Familienerbes‹« (Willi 1989, S. 187).
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• Das Triangulationskonzept von Salvator Minuchin (1977) ist von der
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grundlegenden Idee bestimmt, dass die Symptomträgerin, welche die
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problematischen Familienbeziehungen repräsentiert, in dem Beziehungsdreieck zwischen Vater, Mutter und Kind gefangen ist und eine
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stabilisierende Funktion für die Elternbeziehung übernommen hat.
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Diese kann sich z. B. in einem Bündnis zwischen dem Kind und einem Elternteil gegen den anderen zeigen. Das verletzt die Loyalität
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des Kindes mit dem bekämpften Elternteil, und die Entwicklung von
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Problemen kann hypothetisch eventuell als ein Rückzug des Kindes
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