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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 80 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Cornelia Jager
wenig Hoffnung bezüglich Roys Verhaltensänderung, hat schon über Heimunterbringung nachgedacht. • Ralf: Er hat großes Interesse daran, dass Familie nicht auseinander bricht, hat die Befürchtung, dass Mutter den Stress nicht mehr lange aushält, findet Roys Verhalten oft nervig, zeigt Bereitschaft, zur Entlastung der Mutter beizutragen.
Die Familie wurde mit dem Auftrag entlassen zu überlegen, was sie an den folgenden Wochenenden gemeinsam unternehmen könnte. Ralf übernahm die Aufgabe, sich gemeinsam mit Roy einen Fußballclub anzuschauen. Des Weiteren sollten sich Herr und Frau S., zur »Belebung« auf der Paarebene, einen gemeinsamen Abend außerhalb der Familie gestalten. Für das nächste Gespräch in zwei Wochen wurde seitens des ASD vorgeschlagen, einen Vertreter der Schule einzuladen, um gemeinsam eine Lösung für das Schulproblem entwickeln zu können. Zu diesem nächsten Gespräch erschienen Frau S., Roy, Ralf und der Klassenlehrer von Roy, Herr H.; Herr S. war aus beruflichen Gründen verhindert (?). Roy berichtete stolz, dass er am Wochenende gemeinsam mit den Eltern eine Fahrradtour unternommen und es ihm sehr gut gefallen habe. Ralf teilte mit, dass es ihnen gelungen sei, Roy bei einem Fußballclub anzumelden, und dass Roy auch schon bei einer Trainingseinheit zugeschaut habe. Herr H. meinte, dass ihm Roy in der letzten Woche wesentlich ausgeglichener erschienen sei. Des Weiteren habe er sich in der Lehrerkonferenz mit seinen Kollegen beraten, und übereinstimmend befürworteten sie, dass für Roy ein Antrag beim Schulamt auf Verlängerung des Schulbesuches in der Schule für Erziehungshilfe gestellt werde. Frau S. erzählte, nicht weniger stolz als Roy, dass über die Osterferien ein gemeinsamer Urlaub an der Ostsee geplant sei. Es wurde ein weiterer Gesprächstermin für vier Wochen nach dem Urlaub vereinbart, damit die Familie Veränderungen zunächst gemeinsam und ohne irgendwelchen Druck reflektieren könne. Aufgrund einer Krisensituation nach dem Urlaub, die im ASD nicht als »Rückfall«, sondern als »erneuter Vorfall« (Simon u. Weber 1992) bewertet wurde – was der Familie auch so übermittelt wurde –, kam es, initiiert durch den Vater, zu einer stationären Unterbringung von Roy in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Roy hatte seine Mutter mit einem Messer bedroht und seinen Bruder Tom schwer verletzt. Nun veranlasste der ASD ein gemeinsames Gespräch mit den Eltern, 80