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können dies nur durch die Reflexion ihres eigenen Geschlechtsrollenverständnisses: „Ein von patriarchalen Bestandteilen befreites
männliches Rollenkonzept zu vermitteln, erfordert vor allem in
der Jugend- und Bildungsarbeit, sich selbst reflexiv einzubringen
[…] Ohne eigenes radikales Abrücken von traditioneller Männlichkeit und gewaltbesetzter Geschlechtszugehörigkeit kann ein
Mann nicht Vorbild sein für eine männliche Identität, die aus der
Geschlechtszugehörigkeit keinen Macht- und Führungsanspruch
herleitet“ (Heiliger 1998, S. 10). Die Frauen werden aufgefordert
die heutige Vielfalt von Bildern und Vorstellungen über Mädchenleben zu akzeptieren und sichtbar zu machen. Das Wahrnehmen
von geschlechtsspezifischen Lebenslagen, die Unterstützung der
Mädchen in der Auseinandersetzung mit ihren Bildern und Vorstellungen setzt eine Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte
als Frau voraus.
Die sexualpädagogische Zurückhaltung in Heimen ist möglicherweise eine Folge der Koppelung von Sexualität und Gewalt.
Immerhin war Sexualpädagogik zu Zeiten der Heimkampagne eines
der großen Themen der Heimerziehung. Vielleicht erschweren zusätzlich die direkte Betroffenheit professioneller Bezugspersonen
die Entwicklung von Sexualpädagogik. Die Erfahrungen der Kinder
berichten von zerstörerischer Sexualität bzw. von sexualisierter
Macht, sie transportieren Frauenverachtung und die Verachtung
von Kindern. Die Übertragung sexualisierter Traumatisierung
macht Angst, erweckt Ekel, betrifft möglicherweise das eigene
sexuelle Empfinden. Der Wunsch der Pädagog*innen nach Schutz
mündet im Tabu, das Tabu kann in Bedrohung münden. Deshalb
müssen wir uns den Anforderungen der Sexualpädagogik stellen.
Das beinhaltet die Reflexion der eigenen sexuellen Normen und
der Entwicklung der eigenen Erwachsenensexualität und die Notwendigkeit, die tabuisierten Gegenübertragungsreaktionen (14.3)
wie z. B. sexuelle Erregung, zu thematisieren und zu reflektieren. Wir
brauchen die Fähigkeit, über Sexualität und sexuelle Misshandlung
auch in sexueller Sprache zu reden.
Alle, die mit sexuell auffälligen Mädchen und Jungen arbeiten,
werden ihre Gefühlsreaktionen, Bewertungs- und Handlungsmuster auf sexuell auffälliges Verhalten kennen bzw. kennenlernen