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Maria und ihre Freundin tanzen gerne. In den Räumen der Wohngruppe
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machen sie laute Musik. Sie ziehen sich sehr körperbetont an, sie tanzen mit
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einem knappen Oberteil. Während Maria sich nach dem Tanzen eine Jacke
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überzieht, provoziert ihre Freundin die Reaktion der Pädagog*innen und der
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anwesenden Jungen.
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Wichtige Schritte auf dem Wege der Wiederaneignung oder der bejahenden Entdeckung des eigenen Körpers sind die Wahrnehmung
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seiner Signale und das Experimentieren mit dem Körper. Dazu
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eignen sich geschlechtsspezifische Angebote wie Tanzen, Sport,
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Schminken, Krafttraining. Eine Vielzahl von sexualpädagogischen
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Einrichtungen und Medien erleichtert die Erörterung von sexuellen
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Normen. Doch sollen Körperlichkeit und Sexualität, Öffnung von
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Rollenverhalten und körperliche Selbstbestimmung immer auch
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Gegenstand der Alltagspädagogik sein.
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Sexuelle Bildung beinhaltet auch Räume, in denen Erfahrungen
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mit selbstbestimmter Sexualität gesammelt werden können:
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Maria probiert ihre Sexualität aus. Zaghaft beginnt sie eine sexuelle Beziehung mit einer Mitbewohnerin. In der Wohngruppe wird Homosexualität
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thematisiert. Maria schläft mit Jungen und mit Mädchen, das Geschlecht scheint
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ihr egal zu sein. Es ginge ihr um den Menschen. Maria wechselt ihre sexuellen
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Beziehungen häufig, sie ist auf der Suche.
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Eine Stigmatisierung oder gar Sanktionierung ist kontraproduktiv.
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Ein Angebot der Reflexion, wenn sie denn möchte, kann als Unterstützung ihrer sexuellen Bildung hilfreich sein. Möglicherweise sind
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in Ausnahmefällen zeitweise rigide Grenzen nötig. Aber auch hier
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ist zu bedenken: die Möglichkeiten der Mädchen und Jungen, in
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einem noch relativ geschützten Rahmen sexuelle Selbstbestimmung
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zu lernen, werden so verhindert.
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Die Tabuisierung von Sexualität nutzt möglicherweise Täter
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und Täterinnen. Zudem führe diese auch zur sexuellen Unsicherheit (Kavemann et al. 2016, S. 10). Sexuelle Bildung erleichtert den
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Mädchen und Jungen und den Pädagog*innen, auf sexuelle Grenzüberschreitungen durch Gleichaltrige oder durch Erwachsene aufmerksam zu machen.
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