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Die Reaktionen der Pädagog*innen auf Flashbacks und traumatischen Übertragungen sollten Akzeptanz, Sicherheit und Unterstützung zur Selbstbewusstheit beinhalten: „Gerade mit diesen Flashbacks und Re-Inszenierungen haben die Mädchen auch selber starke Schwierigkeiten. Wir zeigen ihnen, dass ihr Verhalten völlig normal ist. Wir bestärken sie darin, dass es Folge ihrer Erlebnisse und Bestandteil eines wichtigen Aufarbeitungsprozesses ist. Bei Flashbacks ist es sehr wichtig, Sicherheit zu geben, ihnen zu sagen, dass sie diese Situation wirklich erlebt haben, dass sie aber jetzt vorbei ist.“ (zit. n. Weiß 1999)

Bei Übertragungen kommt es darauf an, mit den Mädchen und den Jungen die Zusammenhänge zwischen ihrem Verhalten und der vermuteten Herkunft dieses Verhaltens zu verstehen (8.1).

Traumatische Übertragungen auflösen

Übertragungen gehören zu den natürlichen Erscheinungsformen des menschlichen Lebens und sind als Reaktionsbereitschaften an die Vergangenheit gebunden. Neuauflagen, Fantasien, frühere Erlebnisinhalte beeinflussen aktuelle Beziehungen. Übertragungen gelten immer Personen. Kinder wie Philipp und Jana übertragen kindliche Beziehungserfahrungen und die damit verbundenen Wünsche und Ängste auf die heutigen Bezugspersonen. Nach Freuds Definition bedeutet → Übertragung die Verschmelzung verdrängter, infantiler Bedürfnisse mit (vor-)bewussten Wünschen, die sich auf gegenwärtige Objekte beziehen. Übertragungen sind unbewusste Vorgänge. „Die Übertragung stellt sich in allen menschlichen Beziehungen […] spontan her […].“ (Freud 1910, S. 55), auch in der Beziehung zwischen Pädagoginnen und traumatisierten Mädchen und Jungen. Auch die professionellen Helferinnen übertragen eigene alte Beziehungsinhalte und -erfahrungen in die Beziehung zu den Mädchen und Jungen. Übertragung ist eine psychoanalytische Bezeichnung. Die alten Konflikte werden ungestört übertragen oder sie werden durch Alter, Aussehen oder Verhalten des Gegenübers zu Neubearbeitungen.