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sie besuchen das Grab ihrer Oma. Sie besuchen die Lehrerin, an die sich Sonja
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um Hilfe gewandt hatte. Sonja hütet den Film wie ihren Augapfel, er ist ihre Zusammenfassung über Gutes und Negatives, vor allem über Gutes ihrer Kindheit.
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Alle Menschen brauchen positive Wurzeln. Die Erkenntnis ‚Das war
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gut in meinem bisherigen Leben‘, gibt Sicherheit zurück. Julia liebt
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ihre Geschwister, Philipp einen Lehrer. Manchmal ist es das Grab
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des geliebten Opas, manchmal der Kindergarten oder die Schule,
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in denen sie sich wohl fühlten. Manchmal sind es Großeltern, Verwandte. Die sinnliche Erfahrung einer positiven Wurzel kann durch
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den Kontakt mit einem konkreten Ort oder einer Person erreicht
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werden.
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Doch die Suche nach einer positiven Wurzel darf nicht zur Verschleierung von Realitäten verkommen:
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Die 13-jährige Laura ist auf der Suche nach ihren familiären Wurzeln. Die
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Helfer*innen versuchen seit drei Jahren, die Mutter davon zu überzeugen, dass
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sie sich um Laura kümmern soll. Mal will die Mutter, mal will sie nicht. Häufig
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ist sie betrunken. Bei den Besuchswochenenden lässt sie Laura alleine zu Hause,
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um weiter zu trinken. Sie verbietet Laura die Therapie und auch den Besuch bei
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ihrer älteren Schwester, obwohl diese Laura eigentlich großgezogen hat. Drei
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Jahre rennt Laura nun ihrer Mutter hinterher und wird jedes Mal enttäuscht. Sie
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wird in ihren Empfindungen nicht ernst genommen. Die Helfer*innen setzen
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allein auf den Kontakt zur Mutter. Sie unterstützen Laura nicht in ihrem Wunsch
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nach einer Therapie und nach regelmäßigem Kontakt zu ihrer älteren Schwester.
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Andreas Mehringer begrüßte zwar, wenn Pädagog*innen Eltern
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verteidigen oder mildernde Gesichtspunkte einbringen, er warnte
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jedoch vor der Enttäuschung von ‚Als-ob-Eltern‘: „Aber in anderen
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Fällen müssen wir doch auch vorsichtig desillusionieren, um vorzubeugen, dass es sich in unerfüllbaren Hoffnungen verliert“ (1979,
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S. 52).
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Es gibt vielfältige Hinweise darauf, dass das Reden über die
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traumatischen Erfahrungen und ihr Verstehen wesentliche Faktoren
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von Heilung sind. So profitieren Kinder und Jugendliche mit
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sexuellen Gewalterfahrungen in Hilfen zur Erziehung dann von der
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Unterbringung, wenn es den Fachkräften gelingt, das Thema offen
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