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heilsame Prozesse entsteht. […] Hier geht es um einen anderen
Sachverhalt als um juristische Wahrheiten. Bezeugt wird, was wir
in der Gruppe gespürt haben: Mitgefühl, Trauer, Hoffnung, Freude
über Ausgesprochenes und neue Erschütterung über diese und
jene Wahrheit. Zugehörigkeit zu den gleichgesinnten Expertinnen,
Loyalität und Solidarität wurden als anwesende Wirklichkeit bezeugt und darüber die Bekräftigung des inneren Glaubens an sich
selbst. Letztlich hat uns ganz im traumapädagogischen Sinne eine
heilende Gemeinschaft getragen.“ (Weiß et al. 2018a, S. 179)
Die Anerkennung des Traumas und der Lebensleistung
Für Mädchen und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen
spielt die Anerkennung ihres Leides und ihrer Lebensleistung eine
entscheidende Rolle für die Integration ihrer Lebenserfahrungen.
Geschieht dies nicht, kann sich das erschütterte Welt- und Selbstverständnis nicht erholen, sie fühlen sich weiterhin als nicht normal,
nicht dazugehörig und die Abwehr und das offene Leugnen der
Gewalterfahrungen als erneute Demütigung. In Anlehnung an
Honneth geht es um wechselseitige Anerkennung in den Familien,
Freundes- und Liebesbeziehungen, durch das Recht und soziale
Wertschätzung (Honneth 2016). Anerkennung ist nichts Statisches,
sie wird prozesshaft erlangt oder verweigert und wird immer wieder
erkämpft werden müssen. Anerkennung hat unterschiedliche
Facetten. Sie beinhaltet auch das Benennen von Unrecht (Kavemann
et al. 2019, S. 64 ff.), auf das ich aus Platzgründen nicht eingehen
werde. Die Folgen der Nichtanerkennung können retraumatisierend
sein, sie bergen die „[…] Gefahr einer Verletzung […], die die
Identität der ganzen Person zum Einsturz bringen kann.“ (Honneth
2016, S. 212 f.)
Die Anerkennung des Schmerzes
Die Anerkennung von Schmerz in der eigenen Lebensgeschichte ist
Teil der vollständigen Entwicklung des eigenen Selbst (Grün 2016).