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108
2005, S. 250) als pädagogische Aufgabe einerseits und Traumabearbeitung als therapeutische Aufgabe andererseits die vielen
Möglichkeiten der Pädagogik und verzögert so eine umfassendere
Korrektur z. B. von behindernden traumaspezifischen Einstellungen
und Erwartungen der Mädchen und Jungen. Wenn wie von Fachleuten immer wieder geäußert als unabdingbare Voraussetzung
für Traumabearbeitung „Geborgenheit, sichere Perspektive und
stabile Zukunftsplanung […]“ (Denner 2003, S. 242) als notwendig erachtet werden, kann Jugendhilfe keine Unterstützung
zur Bearbeitung biografischer Traumata bieten. Was bedeutet die
Delegation der Traumabearbeitung allein in das therapeutische
Setting für Mädchen und Jungen wie Jana und Philipp? Lassen wir
sie mit ihren Geschichten, ihren Überlebensstrategien, ihren durch
das traumatische Lebensumfeld entstandenen Ängsten allein? Verweigern wir ein Gespräch über ihre Herkunft? Natürlich besteht eine
Gefahr der Überforderung der Pädagog*innen. Gerade deswegen
sollte die Hilfe für Mädchen und Jungen aus herausfordernden
Lebensumständen von Beginn an von Kenntnissen der Psychotraumatologie geleitet sein und die Ziele der Selbstbemächtigung
fördern. Ein noch so sorgsamer Umgang kann die Gefahr einer
„Überflutung“ von negativen Erinnerungen nur relativieren, aber
nicht ausschließen. Diese kann jederzeit und überall passieren. Die
Pädagog*innen und auch die Mädchen und Jungen müssen
wissen, wie sie damit umgehen können. Es geht um einen angemessenen Umgang mit diesen Ausdrucksformen der Not von
Mädchen und Jungen. Die Berücksichtigung traumainformierten
Wissens ist im sozialpädagogischen Verstehen, in der sozialpädagogischen Diagnostik zwingend. „Die traumapädagogisch
diagnostischen Methoden, die in einem traumasensiblen Verständnis zusammengestellt sind, ermöglichen es, sich dem Guten Grund
für das oftmals verwirrende Verhalten von Kindern und Jugendlichen mit traumatischen Erfahrungen schrittweise anzunähern.“
So die AG Verstehen im Fachverband Traumapädagogik und weiter:
„Mit dem traumapädagogisch diagnostischen Verstehen entsteht
für die vielfältigen Arbeitsfelder der Pädagogik und Sozialen Arbeit
ein Instrument, das eine fundierte Grundlage für traumasensible
Begleitungs- und Hilfeplanung bietet. […] Doch soll keine