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werden frühere Konzeptionen, in deren Mittelpunkt Definitionen
wie akute Traumata, chronische traumatische Umstände und
Trauma-Typ I und -Typ II standen, ergänzt. Das Konzept rückt die
wechselseitigen Beziehungen zwischen Trauma und Entwicklung
ins Zentrum, bezieht sich auf das gesamte Spektrum traumatischer
Belastungen und gleicht auch die Beschränkungen der Diagnose
PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) aus. Mit der PTBS
sei das universelle Phänomen von Schrecken und Gelähmtheit zu
einer völlig sterilen medizinischen Störung geworden (vgl. Levine
2010, S. 56) Die Diagnose PTBS ist nicht entwicklungssensibel
und so verwundert es nicht, dass die meisten Kinder aus herausfordernden Lebensumständen die diagnostischen Kriterien einer
PTBS nicht erfüllen. Eine neue diagnostische Betrachtungsweise,
die die entwicklungsbezogenen Aspekte komplex traumatisierter
Kinder berücksichtigt, die Developmental Trauma Disorder, Entwicklungstrauma-Störung (ETS) (van der Kolk 2009), soll dies
ändern. Die Anerkennung dieser Diagnose würde bedeuten, dass
sich Forschung und Behandlung „[…] auf die allgegenwärtige biologische und emotionale Dysregulation, die völlig gescheiterte oder
stark gestörte Bindung, auf Probleme hinsichtlich der Fähigkeit zu
fokussieren und sich zu konzentrieren und auf das sehr beeinträchtigte Empfinden persönlicher Identität und eigener Kompetenz
[…]“ (van der Kolk 2015, S. 203) konzentrieren würden. Obwohl
sich das pathologisierend liest, ist es doch ein Blick, der die Begleitung der Mädchen und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen verbessern könnte und den Blick auf langfristige Auswirkungen fokussiert.
Die Körperlichkeit des Traumas
„Das Trauma liegt nicht im Ereignis; es ist vielmehr so, dass sich
das Trauma im Nervensystem befindet.“ (Levine/Frederick 1998:
Trauma Heilung) Mit dieser Aussage über die Körperlichkeit
des Traumas beeinflusst Peter Levine eine neue Sichtweise zum
Verstehen traumatischer Symptome. Traumata führen zu physiologischen Veränderungen, die sich auf das Alarmsystem des