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Unter diesem Druck ist er immer wieder übererregt und kommt mit dem Gesetz
in Konflikt, was seine Chance auf eine Aufenthaltsgenehmigung noch mehr
mindert.
Yuval hat in Afghanistan die Zunahme von Spannung und Angst
erlebt, bereits hier ein Verlust von Grundsicherheit. Im Iran erlebt er Situationen direkter Verfolgung, seine Eltern sind Christen.
Auf der Flucht ist er immer wieder in Todesangst. Keine einmalige
traumatische Belastung, Juval überlebt traumatische Sequenzen, die
sich zuspitzen. Und dennoch ist sein Leiden nach diesen Erfahrungen
nicht vorbei. Er muss sich mit einer Perspektivlosigkeit und Handlungsunfähigkeit auseinandersetzen, die zur Chronifizierung der
Traumatisierung beitragen können. Der Psychoanalytiker Hans
Keilson wies bereits 1979 in seiner Forschung zur sequentiellen
Traumatisierung nach, dass für die Genese von traumatischen Erfahrungen die soziale Einbindung und Unterstützung nach den
traumatisierenden Ereignissen entscheidender für die Entwicklung
sein kann, als das Ereignis selbst.
Seine Hilflosigkeit, die Unmöglichkeit zu handeln, bedingen,
dass Juval immer wieder traumaassoziierte Emotionen wie Ohnmacht, Hilflosigkeit und in extremer Weise innere Einsamkeit fühlt.
Sein Stresserleben steigt ins Unermessliche. Er hat Schamgefühle,
weil er meint, er müsse das alles schaffen und seiner Familie im
Iran helfen. Dies und seine Ängste wirken negativ auf sein Selbstbewusstsein, er ist zum Dissoziieren gezwungen.
Auch Mädchen flüchten
Obwohl mittlerweile 17 % der In Obhut genommenen minderjährigen Flüchtlinge Mädchen und junge Frauen sind, werden die
geschlechtsspezifischen Hintergründe in der Fachdiskussion weitgehend ausgeblendet. Ihre zum Teil anderen Fluchtgründe und
Erfahrungen auf der Flucht (Zwangsheirat, Versklavung im Haushalt, drohende Genitalverstümmelung) erfordern Aufmerksamkeit
und professionelle Antworten. Fast alle der Mädchen haben Vergewaltigung und Prostitution vor und während der Flucht erlebt,