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360
Bindung und Trauma
genübers oder an seine Schulter bzw. an seinen Rücken zu legen, können Kindern
und Jugendlichen das Gefühl der Sicherheit und der Geborgenheit geben.
Freudiges Spielen und Handeln
Die permanente Überaktivierung und gleichzeitig die mangelnde Fähigkeit zur
Selbstregulierung lassen bindungstraumatisierte Mädchen und Jungen sich in Beziehungen verkämpfen oder sich aus ihnen zurückziehen. Ihre Aufmerksamkeit ist
selten fokussiert auf das freudige Erleben von dem, was sie tun.
Sie »müssen darin unterstützt werden, ihre Aufmerksamkeit auf Beschäftigungen zu lenken, die […] ihnen ein Gefühl von Freude und Beherrschung geben«
(van der Kolk 2009, S. 583). Sicherheit, Vorhersehbarkeit und Spaß, erlebt durch
das Spiel, ermöglichen Erfahrungen der Selbstregulation (van der Kolk 2009).
Neue Erfahrungen können gemacht werden
• durch Übungen zu Erdung, Zentrierung und Grenzen,
• durch aktivierende Spiele und durch Aktivitäten zur Entspannung und zur Entladung der Aktivierung,
• durch Spiele mit Flucht, Kampf und Erstarrung sowie
• durch Spiele in der Gruppe mit (Haut-)Kontakt, Blick- und Hörkontakt, Lachen, Freude.
Die pädagogische Fachkraft als Teil der Pädagogik
»Die Traumapädagogik beschreibt […] die Notwendigkeit zur Bereitstellung eines
Sicheren Ortes, an dem die betroffenen Kinder und Jugendlichen neue und korrigierende Erfahrungen mit sich und ihrer Umwelt machen können, […]« (Lang,
B. 2013, S. 136). Die Pädagog*innen sind Teil der Pädagogik, ihre Sicherheit und
ihre Stabilisierung ist Teil einer institutionellen Aufgabe und einer persönlichen
Verantwortung.
Für bindungspädagogisches Arbeiten bedeutet das im Besonderen, dass die Pädagog*innen ihre eigenen Bindungserfahrungen und die daraus resultierenden
Erwartungen und Beziehungsfallen kennen (BAG Traumapädagogik 2011; Lang,
Th. 2013).
Zur Stabilisierung der Pädagog*innen bedarf es Strukturen der Eigen- und der
begleitenden Fallreflexion, um die Beziehungsgestaltung unter dem Aspekt der
Reinszenierung früherer Erfahrungen zu erkennen und um daraus resultierende
Gefühle und Empfindungen zu versorgen (Lang, B. 2013).
Bindungsorientierte Pädagogik braucht sichere Pädagog*innen, die mit einer
inneren Balance und der Balance von emotionalem Engagement und professioneller Distanz in Beziehung gehen. Es ist eine Beziehungspädagogik, in der es »um