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Unbegleitete junge Geflüchtete in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
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kann nur über einen verstehensorientierten Zugang im konkreten Lebenszusammenhang des/der Jugendlichen erfolgen (Zimmermann 2015).
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Haltgebende Strukturen
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Neben diesen Punkten ist zudem zu beachten, dass Kinder und Jugendliche während ihrer Flucht häufig über einen längeren Zeitraum hinweg ohne Tagesstruktur
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leben und sich weitestgehend selbst versorgen. Nicht jedem fallen danach die Eingewöhnung und Anpassung an die engmaschigen Regelwerke und Bedingungen
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einer Jugendhilfeeinrichtung leicht. Feste Essenszeiten, der Besuch des Deutschkurses oder der Schule am Vormittag, Anwalts- und Arzttermine am Nachmittag
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sowie Sport- und Freizeitangebote am Abend und am Wochenende ergeben einen
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straffen Zeitplan. Auch die Ausgehzeiten sind begrenzt und die Kinder und Jugendlichen müssen zu bestimmten Uhrzeiten in der Einrichtung zurück sein.
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Nach monatelanger Flucht ohne klare Struktur kann es somit häufiger zu Regelüberschreitungen kommen, d. h. der/die Jugendliche kommt zu spät oder verbringt die Nacht bei Freunden. Die pädagogische Herausforderung besteht darin,
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den »Guten Grund« (Weiß 2013) für sein Handeln anzuerkennen, dem/der Jugendlichen die Selbstbemächtigung und Autonomie zuzugestehen und gleichermaßen haltgebende Strukturen (Bausum 2013) und den Ausweg aus dem »ich bin
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ganz alleine und auf mich gestellt« zu vermitteln.
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Hierbei geht es darum, den Kindern und Jugendlichen einen möglichst sicheren
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Ort zu bieten, der ein »Gegengewicht zur bisherigen Unberechenbarkeit« darstellt
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und an dem sie die Möglichkeit haben, einen Umgang mit den Auswirkungen
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traumatischer Erfahrungen finden, sich selbst und ihre Handlungsstrategien verstehen lernen, Entwicklungshemmnisse aufholen, ergänzende Erfahrungen und
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sichere Bindungserfahrungen machen können (vgl. Positionspapier BAG).
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Ausblick
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So komplex die Traumaerfahrungen und -folgen von geflüchteten Kindern und
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Jugendlichen sind, so braucht es auch komplexes sozialpädagogisches Handeln,
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das auf reflektierten Haltungen, interkulturellen Kompetenzen und Vernetzung
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im Team aufbaut. Dazu gehört auch die Akzeptanz für das ständige Stoßen an
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Grenzen in der alltäglichen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen und eine
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Offenheit, sich mit der Vielschichtigkeit der eigenen Identität, der kulturellen Befangenheiten und dominanten Fremdbildern auseinanderzusetzen sowie Gegenreaktionen zu reflektieren. Gerade im Rahmen von Konfliktsituationen ist das
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Nutzen der Erkenntnis der Gegenreaktion als Diagnoseinstrument, als Möglichkeit des Verstehens und der Sinnfindung wichtig. Durch die Versorgung dieser
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Empfindungen kann ein Gefühl der Sicherheit in dieser unglaublich unsicheren
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