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Gesundheitliche Folgen von Rassismus, Rassismus als Trauma
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Die tagtägliche Konfrontation mit Alltagsrassismus wird in der Rassismus-Forschung racial microaggressions (z. B. Hasters 2019; Yeboah 2017) genannt. Mikroaggressionen markieren subtile, alltägliche Formen des Rassismus bspw. in Form
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von Demütigung, Beleidigung oder auch Objektivierung der Menschen. Ob beabsichtigt oder nicht, stellen diese Mikroaggressionen Akte der Gewalt dar: Sie
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schließen bestimmte Menschen in der Gesellschaft systematisch aus dem Raum
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der Zugehörigkeit aus und verwehren ihnen ein Recht auf Teilhabe und Sicherheit
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(Yeboah 2017). Vor diesem Hintergrund scheint es offensichtlich, dass gesundheitliche Folgen im Allgemeinen und psychische Belastungen im Speziellen nicht
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erst im Fall von rechtsextremem Terror wirken. Vielmehr schränkt Rassismus die
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Menschen auf einer täglichen Basis in ihrer Lebensqualität ein: Studien belegen,
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dass rassistische Diskriminierung andauernden Stress verursachen kann, der stark
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gesundheitsschädlich ist (Kluge et al. 2020; Lerch/Psychotherapie 2011; Paradies et
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al. 2015 für einen Überblick). So unterliegen BI_PoC bspw. einem erhöhten Risiko
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für Bluthochdruck oder andere Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen (z. B.
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Brondolo et al. 2003), und auch ein höhere Wahrscheinlich für Psychosen oder
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andere psychische Erkrankungen (wie Depression oder Angsterkrankungen) wurde im Zusammenhang mit Rassismus-Erfahrungen wiederholt nachgewiesen
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(z. B. Lazaridou et al. 2023).
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Die Benennung und Untersuchung der Folgen von Rassismus für die biopsychosoziale Gesundheit von BI_PoC ist im deutschsprachigen Raum noch immer
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ein Tabu (Saad 2022). Im Kontext von psychischer Gesundheit spricht Amma Yeboah, u. a. Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und psychodynamische
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Supervisorin, von einer Dethematisierung von Rassismus und problematisiert die
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Abwesenheit empirischer Forschung in Deutschland (Yeboah 2017).
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Einen wesentlichen Schritt zur diskursiven Verbreitung und Thematisierung
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der (in dem Kapitel nur angerissenen) potenziell gravierenden, psychischen Folgen von Rassismus stellt die Konzeptualisierung von Rassismus als traumatisierende Erfahrung dar (z. B. Carter 2007; Kluge et al. 2020; Lerch/Psychotherapie 2011;
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Yeboah 2017). Zum Beispiel entwickelte Carter (2007) in diesem Zusammenhang
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das Modell des race-based-traumatic stress und konnte in darauffolgenden Untersuchungen deutliche Überschneidungen zwischen den Folgen von rassismus-bedingtem Stress und typischen Trauma-Symptomen wie Dissoziation, Angst, sexuelle Funktionsstörung oder auch Schlafschwierigkeiten finden (Carter et al. 2020).
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Um Rassismus als traumatische Erfahrung zu verstehen, ist es wichtig, die stereotypen Diagnosekriterien einer Posttraumatischen Belastungsstörung nach den
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Manualen ICD-10 und 11 aus dem Blick zu nehmen. Der Blick auf Trauma als
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prozesshafte, schmerzvolle Erfahrung ermöglicht erst, racial microaggressions als
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kumulative Traumatisierung einzuordnen und die massiven Belastungen, die damit einhergehen können, zu greifen. Denn Mikroaggressionen setzen Menschen
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konstant der Erfahrung von menschlicher Entwertung und sozialem Ausschluss
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