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Traumapädagogik: Entstehung, Inspirationen, Konzepte

mit den Bindungsfallen, da insbesondere Abwertung und Verstrickung der Kinder und Jugendlichen zu schwierigen Gegenreaktionen der Pädagog:innen und möglicherweise ihre Handlungsunfähigkeit führen können (Schleiffer 2014; Lang 2013; Kessler in diesem Band). Lang eröffnet mit der Beschreibung der Körperlichkeit von Bindungserfahrung neue Wege der Bindungspädagogik. Auf jeden Fall beinhaltet Bindungspädagogik, die Mädchen* und Jungen* in der Reflexion ihres Bindungsverhaltens kognitiv und alltäglich zu begleiten (Bowlby 1995, S. 129ff.). Auch Gleichaltrigenbeziehungen können zur Bindungssicherheit führen; so gilt Gruppenarbeit als ein Beitrag zur Aufhebung von Scham, Isolation und Individualisierung von Leid.

Unterschiedliche Theorien und Erfahrungen als Motor der Entwicklung Die Beschreibung der Unterschiede soll in dieser Tradition die Diskussion traumapädagogischer Konzepte, möglicherweise ihre Konvergenz anregen. Unterschiede erklären sich aus den jeweiligen Kontexten, in denen die Konzepte entstehen, und den beruflichen Hintergründen der Protagonisten. Während einige »Unter Traumapädagogik […] die konsequente Anwendung der Psychotraumatologie« verstehen (Schmid 2013, S. 56), betonen andere die pädagogischen Traditionen der Traumapädagogik (Kühn 2013; Weiß 2013). Die unterschiedlichen Akzentuierungen beeinflussen möglicherweise die Integration traumapädagogischer Ansätze in die pädagogischen Disziplinen. Die Verortung in der eigenen Geschichte, die Rückbesinnung auf die guten emanzipatorischen und den Objektstatus der Menschen korrigierenden pädagogischen Ansätze ist eine Ressource, die es zu bergen gilt. Aus den therapeutischen Wissenschaften stammen auch kognitiv verhaltenstherapeutische Ansätze inklusive der Weiterentwicklung durch die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT). Diese konzentrieren sich z. B. mithilfe von Fertigkeitentrainings und Notfallkoffern auf die Begleitung der Emotionsregulation als traumapädagogische Inhalte. Diese Möglichkeiten gelten als wertvolle Ergänzung traumapädagogischem Handelns. Die Pädagogik der Selbstbemächtigung (vgl. Weiß in diesem Band) betont die Expert*innenschaft der Kinder und Jugendlichen für ihre schwierigen Lebenslagen. Das bedeutet, dass ihnen unser Wissen über Traumatisierung von Profis zur Verfügung gestellt wird und diese die Kinder/Jugendlichen und Erwachsenen fragen, was sie davon kennen, wie sie es kennen und ob sie vielleicht Einwände haben. In einigen Konzepten ist die Bedeutung traumatischer Übertragungen berücksichtigt, andere betonen die Gefahren eines inflationären und nicht sachgemäßen Umgangs mit Übertragungen und Gegenreaktionen. Wie Judith Lewis Herman