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Jugendhilfe nicht mit einzelnen Individuen, sondern mit Gruppen zu tun hat. Diesem Aspekt widmet sich Jacob Bausum unter dem Titel »›… mit einer Ansammlung
von Einzelkämpfern. Traumapädagogik im Gruppenkontext«. Jutta Metzenauer
und Wilma Weiß führen die Bedeutung traumapädagogischer Fortbildungen für
Mädchen und Jungen aus: »Verstehen, wie ich ticke. Über die Kraft des gemeinsamen Verstehens durch Workshops für Mädchen und Jungen«. Ein besonderes Augenmerk legen sie am Beispiel der Stadt München auf die nachhaltige Verankerung
in den Einrichtungen, damit das gemeinsame Verstehen während der KiWos (Kinder-Workshops) im pädagogischen Alltag geborgen werden kann. Ebenso häufig
wird vernachlässigt, dass Traumapädagogik nicht in einem abgeschlossenen Raum
geschieht und geschehen kann, sondern stets auf kontextuelle Faktoren angewiesen
ist. Unter dem Titel »Kooperation und psychosoziale Traumaarbeit« thematisieren
Silke Birgitta Gahleitner und Günter Homfeldt den Aspekt der Kooperationsnotwendigkeit der sozialen Dienste auf struktureller Ebene, und Hedi Freude widmet sich in
ihrem Beitrag »Traumasensible Netzwerkarbeit. Ein Aufwand, der sich lohnt« diesem Thema auf der Ebene eines kollegialen Austauschs. Eine zentrale Schnittstelle
der Vernetzung und Kooperation besteht zwischen Jugendhilfe und Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapie: Dieses Themas hat sich Anne Schmitter-Boeckelmann
unter dem Titel »Vernetzung Traumatherapie/Traumapädagogik« angenommen.
Bereits im vierten Abschnitt wurde deutlich, dass Traumapädagogik sich nur innerhalb eines umgebenden Kontexts entfalten kann. So wirkt es z. B. sequenziell
traumatisierend (vgl. Keilson 1979), die Auswirkungen von Gewalt als individuelle Psychopathologie zu kategorisieren, für deren Verarbeitung die Opfer selbst verantwortlich sind. Briere (1996, S. 84) bezeichnet diese Verhältnisse als »viktimisierende Kultur«. Um diese Zusammenhänge eingehender zu verstehen, werden für
eine informierte Praxis daher auch Wissensbestände aus verschiedenen Gebieten
der allgemeinen Psychotraumatologie benötigt, die im fünften Abschnitt »Kontext Psychotraumatologie« entfaltet werden. Maximiliane Brandmaier und Klaus
Ottomeyer leiten ihn ein mit ihrem Beitrag »Trauma und Gesellschaft. Zum Verhältnis von Bewältigung und Anerkennung«. Eine der Bewältigungsstrategien ist
die störungswertige Dissoziation, die von Winja Buss unter dem Titel »Dissoziation als Anpassungsleistung« erläutert wird. Die Ambivalenzen zwischen Annäherung und Vermeidung als »dyadischer Angelpunkt posttraumatischer Bewältigungsversuche«, wie Birck (2001, S. 48) dies benannt hat, führen auch zu dem
komplexen Phänomen »Transgenerationale Weitergabe von Traumatisierungen«,
das Ilka Quindeau und Marianne Rauwald beleuchten. Gerade in der pädagogischen Tradition wird bei der Beschäftigung mit Trauma viel zu oft das körperliche
Geschehen vernachlässigt. Trauma jedoch ist ein ganzkörperliches Phänomen und
muss auch auf dieser Ebene in der professionellen Praxis reflektiert werden. In
seinem Beitrag »Trauma und Körper« gibt Thomas Lang dazu Anregungen. Das