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dass sein Hauptproblem darin besteht, die unerwünschte Hilfe wieder los
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werden zu wollen), konfrontiert ihn aber auch mit dem Arbeitsauftrag
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seitens der Institution der sozialen Kontrolle, die fordert, dass bestimmte
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unerwünschte Verhaltensweisen nicht mehr auftreten. Der Versuch der
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Motivierung für Änderungen setzt am unmittelbaren Interesse des Klienten
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an, wieder mehr Autonomiespielräume zu erhalten und darüber zu
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entscheiden, mit wem er zu tun haben möchte und mit wem nicht. Im Buch
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von Conen/Cecchin finden sich eine ganze Reihe von Anregungen zu
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systemisch-zirkulären Fragen, welche die Eigenaktivität des Klienten
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anregen können (z. B. »Was denken Sie, wann das Jugendamt Sie in Ruhe
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lässt, und wie könnte ich Ihnen dabei helfen, dass dies eintrifft?« ebd.:149).
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Sie können als Bausteine dienen, um gemeinsam Interventionen planen zu
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können. Die Ausweitung der Wahlmöglichkeiten steht dabei im Zentrum
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(vgl. Kähler 2005:107).
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Wenn sich dieser Aktivierungs- und Beteiligungsprozess erst in den
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Anfängen befindet und noch keine Arbeitsbeziehung aufgebaut ist, kann
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sich eine Interventionsplanung auch genau darauf beziehen: Dann
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überlegen Professionelle im Hinblick auf ein Unterstützungsziel, was
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hilfreich sein kann, um den Klienten für einen gemeinsamen Arbeitsprozess
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zu gewinnen.
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Planung gemeinsam mit allen Fall-Beteiligten
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Interventionen sind also nicht etwas, was eine Sozialarbeiterin auf der
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Grundlage von Diagnose und Zielformulierungen allein am Schreibtisch
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entwickelt. Wir haben festgestellt, dass die Einbindung der Klientin in
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diesen Suchprozess wesentlich ist. Aber auch auf der Fachebene findet
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dieser Such- und Planungsprozess statt – wobei es Aufgabe der Fall
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führenden Sozialpädagogin ist, diese beiden Prozesse zu vernetzen und in
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eine gemeinsame Planung überzuführen. Wird die Aufgabe der
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Unterstützung (bzw. Erziehung) von mehreren Sozialpädagogen gemeinsam
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wahrgenommen, dann wird auch die kreative Suche nach
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Interventionsmöglichkeiten im (intraprofessionellen) Team stattfinden.
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Wichtig ist dies insbesondere, um Ideen zur Umsetzung von
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Unterstützungszielen zu finden – die sich meist auf die Gestaltung von
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Angeboten beziehen – und um Eingriffshandeln zu vereinbaren.
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Viele Fälle in der Sozialen Arbeit sind komplex, und so sind oft auf
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Klientenseite wie auch auf der Fachebene weitere Personen an einem Fall
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beteiligt. Hilfe führe nur dann zu den gewünschten Effekten, »wenn alle
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Beteiligten in angemessener Form an Entscheidungen beteiligt sind und die
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Möglichkeit haben, sich in die Gestaltung des Prozesses einzubringen«, fasst
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Freigang (2007:110) den aktuellen Stand des Fachdiskurses zusammen.
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Dies gilt auch für die Aushandlung des Hilfebedarfs und die konkrete
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Planung von Interventionen. Das im deutschen Kinder- und
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Jugendhilfegesetz seit 1990 vorgeschriebene sog. Hilfeplangespräch sieht
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die Partizipation der Beteiligten bei der Planung der Hilfe zwingend vor.
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Anmerkung zum Begriff Hilfeplanung: Der Begriff thematisiert Hilfe auf
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einer Metaebene, nicht auf der Ebene der Fallarbeit selbst; er bezeichnet
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eine Methodik zur Sicherung von Qualität in der Fallarbeit und definiert
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einen Prozess, in dessen Rahmen sich Hilfe vollzieht und bei dem
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festgestellt wird, ob und in welcher Weise eine Familie einen Anspruch auf
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