Generated pages/ subfolders for all documents: - arbeit: 386 pages - praxis: 297 pages - EPG: 11 pages Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer. Extracted using pdftotext.
49 lines
3.1 KiB
Markdown
49 lines
3.1 KiB
Markdown
Heiner (2010:88 ff.) greift in ihrer Gliederung der Aufgabenfelder
|
||
Sozialer Arbeit zunächst die Etappen des Lebenslaufs auf (›Altersgruppe,
|
||
Lebensphase‹), darüber hinaus führt sie eine zielbezogene
|
||
Aufgabengliederung ein, die sie mit den Begriffen Personalisation,
|
||
Qualifikation, Reproduktion, Rehabilitation und Pflege sowie Resozialisation
|
||
umschreibt.
|
||
Thole (vgl. 2012a:23 f.) bezieht sich in seiner Systematisierung zunächst
|
||
auf die beiden Traditionslinien der Sozialarbeit und Sozialpädagogik, und er
|
||
schlägt vor, dann von einem Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit zu sprechen,
|
||
wenn »öffentlich organisierte, soziale, unterstützende beziehungsweise
|
||
pädagogische Hilfen und Dienste zur sozialen Lebensbewältigung oder
|
||
Bildung angeboten oder organisiert werden«. Ganz allgemein gehe es in der
|
||
Sozialen Arbeit um »öffentlich organisierte Aufgaben der sozialen
|
||
Grundversorgung, Hilfe, Unterstützung und Bildung durch fachlich
|
||
einschlägig qualifizierte Personen« (ebd.). Auf der Grundlage dieser
|
||
Definition unterscheidet er vier große Praxisfelder der Sozialen Arbeit:
|
||
Kinder- und Jugendhilfe, Erwachsenenbezogene Soziale Hilfen, Altenhilfe,
|
||
Angebote im Gesundheitssystem – und daneben bzw. darüber hinaus –
|
||
Gemeinwesenarbeit/Stadtteilarbeit, Sozialraumbezogene Soziale Arbeit. Die
|
||
einzelnen Arbeitsfelder (innerhalb dieser Praxisfelder) werden bei Thole
|
||
nach Intensität der Intervention bzw. ›Einmischungsgrad‹ unterschieden:
|
||
Lebenswelt ergänzend, Lebenswelt unterstützend, Lebenswelt ersetzend.
|
||
In dieser Systematik werden altersbezogene, zeit-, orts- und
|
||
zielgruppenorientierte Aspekte weitgehend ignoriert, so der Autor; auch
|
||
bilde sich darin nicht ab, dass seit den 1990er Jahren zielgruppenbezogene
|
||
Angebote an Bedeutung gewonnen haben, und dass sich die Soziale Arbeit
|
||
für spezifische neue Problemkonstellationen sensibilisiert hat (wie z. B. für
|
||
geschlechterspezifische oder interkulturelle Arbeit, vgl. ebd.:27).
|
||
Die Systematik von Thole ( Abb. 2) stellt eine mögliche Gliederung dar,
|
||
die einen guten Überblick bietet über das Spektrum der Sozialen Arbeit. Im
|
||
Gegensatz zu Thole unterscheiden wir in diesem Lehrbuch jedoch nicht
|
||
zwischen Arbeits- und Praxisfeldern, sondern sprechen lediglich von
|
||
Praxisfeldern innerhalb des Feldes der Sozialen Arbeit. In Bezug auf den
|
||
Einmischungsgrad verwenden wir die Unterscheidung zwischen
|
||
stationären, teilstationären und ambulanten Angeboten.
|
||
Trägerschaft
|
||
Neben der Unterteilung in Praxisfelder (und Interventionsintensität) ist des
|
||
Weiteren die Unterscheidung wichtig hinsichtlich der Trägerschaft von
|
||
Einrichtungen. Hier finden sich zwei Typen:
|
||
• Öffentliche Trägerschaft: Dies sind Institutionen, mit denen der Staat seine
|
||
soziale Verantwortung und seine gesellschaftlichen
|
||
Integrationsbemühungen, seine sozialen Hilfeanliegen und
|
||
Bildungsbemühungen organisiert und adressiert. Auch alle
|
||
Interventionen auf gesetzlicher Grundlage – z. B. öffentliche Sozialhilfe,
|
||
Vormundschaftsrecht, Strafrecht – werden durch staatliche Dienste und
|
||
Ämter erbracht bzw. organisiert.
|
||
• Private Trägerschaft: Dazu gehören Einrichtungen und Angebote, die auf
|
||
private Initiative hin entstanden sind. Sie stellen das Netz der Freien
|