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Hochuli Freund
31.7.17 S. 234
Teil 3 Fallarbeit mit KPG
2.1
Prozessschritt Situationserfassung
Die folgenden Informationen zu Herrn K. stammen aus dem Erstgespräch im Intake im April (das ausnahmsweise ich geführt habe). Herr K. berichtete, er habe zuvor rund vier Jahre Sozialhilfeleistungen in einer Gemeinde in einem anderen Kanton bezogen. Im April habe er eine neue Wohnung suchen müssen, da der ehemalige Hauptmieter weggezogen sei und er die Wohnung nicht alleine habe finanzieren können. Darum sei er neu in die Gemeinde B. gezogen und wohne aktuell in einer Wohngemeinschaft mit zwei weiteren Personen. Herr K. erzählte, er habe in seiner Jugendzeit grosse Auseinandersetzungen mit seiner Mutter gehabt. Der Vater wohne aktuell in Kambodscha und seine Mutter sei vor etwa zwei Monaten nach Italien abgereist, da sie Probleme mit ihrem Ex-Partner und auch sonstige Probleme habe. Herr K. und seine Schwester wüssten nicht, wo sich die Mutter momentan genau aufhalte. Auch habe er keine Kenntnis darüber, wo sich die Mutter zuvor in der Schweiz aufgehalten hat. Womöglich sei sie irgendwo in einem Hotelzimmer gewesen. An seinem früheren Wohnort sei er immer wieder zu einem Psychotherapeuten gegangen und er möchte auch weiterhin gerne eine ›Person zum Reden‹ haben. Ansonsten sei er gesund. Er habe eine Berufsattestlehre als Detailhandelassistent absolviert. Nach seiner Lehre habe er keine Stelle gefunden, seither sei er arbeitslos und auf staatliche finanzielle Unterstützung angewiesen. Während der Sozialhilfeunterstützung im vorigen Kanton habe er verschiedene Arbeitsintegrationsprogramme besucht, jedoch sei ihm der Schritt in den ersten Arbeitsmarkt nie gelungen. Er betonte jedoch, dass er gerne etwas arbeiten möchte, damit er einen geregelten Tagesablauf habe. Weiterer Verlauf: Nach dem Erstgespräch meldete ich Herrn K. bei einer Arbeitsintegrationsfirma für eine einmonatige Potenzialabklärung an, die zum Ziel hat, das Potenzial einer Person und die berufliche Situation besser einschätzen zu können. Die Gesamteinschätzung der Professionellen der Arbeitsintegrationsfirma nach der Programmteilnahme lautete: »Voraussetzung für eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt werden als erfüllt beurteilt«. Als Grund, warum es bisher nicht mit einer Stelle im ersten Arbeitsmarkt geklappt hat, nannte mir Herr K. bereits beim Erstgespräch, dass »immer wieder etwas dazwischen gekommen sei (wie z. B. Wohnwechsel oder Streit in der Familie), was ihn aus der Bahn geworfen habe«. Seit Juli arbeitet Herr K. als freiwilliger Mitarbeiter unentgeltlich in einer Stiftung, welche Arbeit und Wohnen für erwachsene Menschen mit einer Beeinträchtigung anbietet. Diese Stiftung ist gerade dabei, einen WebShop aufzubauen, bei dessen Prozess Herr K. massgeblich beteiligt ist. Im Oktober überbrachte Herr K. die erfreuliche Nachricht, dass er in dieser Sitftung sehr 234