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Aufgabe
Diagnosen sind differenzierte, wissens- und methodengestützte
Deutungen zu einem Fall bzw. einer Fallthematik und enthalten Hinweise
für das weitere Vorgehen. Sie haben eine sozialökologische Ausrichtung,
wollen die subjektive Sichtweise und Eigenlogik von Klienten
entschlüsseln und enthalten Erklärungen für das, was problematisch ist
in einem Fall. Diagnosen sind als Hypothesen zu verstehen, die im
Verlaufe eines Unterstützungsprozesses überprüft und weiterentwickelt
werden. Ziel einer Diagnose ist es, auf der Grundlage von Fallverstehen
Hinweise für hilfreiche Interventionen zu generieren.
Methoden
• Theoriegeleitetes (bzw. empiriegestütztes) Fallverstehen sowie
Erfahrungsbasiertes Fallverstehen (als Vorstufe davon)
• rekonstruktive Methoden: Objektive oder Strukturale Hermeneutik,
Fallrekonstruktion, Narrativ-biografische Diagnostik,
Systemmodellierung, Sozialpädagogisch-hermeneutische Diagnose
(= nur z. T. rekonstruktiv)
Vorgehen bei der Methode des theoriegeleiteten Fallverstehens
• Wahl geeigneter Wissensbestände (Faustregel zwei unterschiedliche)
• Relationierung von Theorie und Fall (theoriegeleitete
Fallüberlegungen)
• Fokussierung der Erklärungen (erklärende Hypothesen)
• Handlungsleitende Arbeitshypothese (wichtigste Erklärungen und
Zielrichtung)
• Folgerungen für die Professionellen (Fragestellung, Aufgaben, evtl.
Unterstützungsziele)
Vorgehen bei den rekonstruktiven Methoden
• Datenerhebung (Konzeption und Durchführung)
• Datenauswertung gemäß spezifischer Methode, z. B. Sequenzanalyse
• z. T. Erörterung der Erkenntnisse mit Fallbeteiligten (Professionellen,
Klientinnen)
• z. T. Interventionsvorschläge
Kooperation
Ebene Klienten/Zielgruppe:
• diagnostische Erkenntnisse in den Verständigungsprozess einbringen
(in fallbezogen angemessener, anschlussfähiger Weise) und einen
Prozess des Selbstverstehens anregen