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fragen. Wir bezeichnen diese Unterscheidungsfragen als ›offene
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Analysefragen‹, manchmal auch als ›analytische Klärungsfragen‹. Solche
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Fragen können an die (Fremd-)Beobachtungen anschließen ( Kap. 8.5.2,
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Kap. 8.5.3) und eine darauf basierende Einschätzung anregen. Andere
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Fragemöglichkeiten schließen an die oben erläuterten einfachen
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Instrumente zu Ressourcen- und Problem-Analyse an. Hier einige
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Fragebeispiele:
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• Wie geht es dem Klienten?
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• Wie hat sich sein Befinden (oder Verhalten) in den letzten zwei Wochen
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verändert?
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• Welche Ressourcen gibt es in diesem Fall?
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• Um welche Probleme geht es hier? Welches ist das größte (oder:
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vordringlichste) Problem?
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• Was ist mir in diesem Fall klar, was ist mir unklar?
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• Was ist einfach, was schwierig?
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• Was ist vordringlich, was ist uns wichtig?
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Diese Aufzählung möglicher Fragen ist keineswegs abschließend. Der
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Hinweis darauf soll verdeutlichen und bewusstmachen, dass Fachkräfte im
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beruflichen Alltag – im Rahmen der sog. Alltagsprozessgestaltung – immer
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wieder Einschätzungen vornehmen, die als sehr offene (und oft
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kurzfristige) Form einer Analyse einzuordnen sind, auch wenn dabei kein
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Instrument genutzt wird. Wir sehen sie als eine wichtige Ergänzung, nicht
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aber als Ersatz für eine systematische, methodisch strukturierte Analyse.
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Im Gegensatz dazu steht die letzte Kategorie der Analysemethoden, auf
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die im Folgenden eingegangen wird.
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9.7
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Systemische Analysemethoden
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Einzelne Analysemethoden lassen sich nur vor dem Hintergrund ihres
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theoretischen Kontexts einordnen und verstehen. Die in diesem Kapitel
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vorgestellten Methoden gehen auf eine systemische oder
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systemtheoretische Denktradition zurück, weshalb wir sie als systemische
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Analysemethoden bezeichnen. Die wohl bekannteste ist die Problem- und
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Ressourcen-/Machtquellen-Analyse auf der Grundlage der prozessualsystemischen Denkfigur von Staub-Bernasconi. Da hierzu neben ihren
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Schriften eine sehr gute Einführung von Geiser vorliegt (2013), wird diese
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Methode nur in ihren Grundrissen aufgeführt. Ebenfalls kurz wird die
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Lebensbereich- und Mikrosystemanalyse erörtert, die im Anschluss an das
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systemökologische Entwicklungskonzept von Bronfenbrenner
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ausgearbeitet wurde. Schließlich soll das von uns als systemische Analyse
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bezeichnete Instrument etwas breiter vorgestellt werden, das von
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verschiedenen Autoren u. a. Simmen et al. (2008), Schweitzer (1998) oder
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Schwing/Fryszer (2013) in unterschiedlicher Ausprägung entwickelt
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wurde.
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9.7.1
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Problem- und Machtquellen-/Ressourcen-Analyse
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