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produktiv wirken zu können. Sie kann auch Kontrollelemente enthalten,
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wenn die dadurch entstehende Asymmetrie zugleich durch ein
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partizipatives und aushandlungsorientiertes Vorgehen relativiert wird.
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Außerdem hebt Heiner auch hervor, dass emotionale Verstrickung durch
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eine institutionelle Reflexionskultur abgestützt werden muss (vgl. ebd.). An
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mehreren Stellen betont sie die Erwartung an Professionelle, mit
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widersprüchlichen Anforderungen umgehen zu können. Professionelle
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müssen in der Lage sein, eine Balance zu finden zwischen Personen- und
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Zielorientierung, zwischen Symmetrie und Asymmetrie der Beziehung,
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zwischen Verantwortungsübernahme und Verantwortungsübergabe bzw.
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Einflussnahme und Zurückhaltung, zwischen Nähe und Distanz (vgl.
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ebd.:161, ähnlich auch Heiner 2001:465 ff.).
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Arbeitsprinzipien einer Beratungsbeziehung nach Schäfter
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In ihrer 2010 erschienen Dissertation hat Schäfter für die Soziale Arbeit ein
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theoretisches Konzept zur »Gestaltung der Beziehung als
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Querschnittsaufgabe« entwickelt (2010:22). Sie fokussiert sich dabei auf die
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Beratungsbeziehung. Weil sie Beratung jedoch weit fasst und als
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Querschnittsaufgabe in der Sozialen Arbeit sieht, wird dieser Fokus in der
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nachfolgenden zusammenfassenden Darstellung ihres Beziehungskonzepts
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überwiegend vernachlässigt.
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Aus Beziehungskonzepten in der Soziologie, der Psychologie und der
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Pädagogik entwickelt Schäfter die Merkmale einer helfenden Beziehung in
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der Sozialen Arbeit. Neben der institutionellen Einbindung der
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Arbeitsbeziehung betont sie die Bedeutung des Lebensalters der Klienten:
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Mit zunehmendem Alter des Klienten tritt der erzieherische Aspekt in der
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Arbeitsbeziehung in den Hintergrund, die Verteilung der Verantwortung
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wird symmetrischer und die Beziehung demokratischer (vgl. ebd.:40).
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Voraussetzung auf Seiten der Professionellen ist nach Schäfter das Einüben
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eines kritischen Blicks auf die eigene Person (vgl. ebd.:45). Die Person der
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Beraterin zeigt sich anhand bestimmter Haltungen im Umgang mit der
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Klientin (vgl. ebd. 86). Wichtiger als Beratungsfertigkeiten und -techniken
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ist die Bildung der Persönlichkeit. Dies impliziert einen ganzheitlichen
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Zugang mit einer spezifischen Haltung gegenüber den Hilfe suchenden
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Menschen. Schäfter geht davon aus, dass ein methodisches Konzept zur
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Gestaltung von Beziehung in der Beratung eine Integration von
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Beratungshaltungen und spezifischen Vorgehensweisen leisten muss. Sie
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hat vier grundlegende Arbeitsprinzipien für die Gestaltung der
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Arbeitsbeziehung durch die Professionellen – insbesondere in der
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Beratungssituation – entwickelt, die im Folgenden dargestellt werden:
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• Die reflexive, kontextbezogene Zuwendung wird als ein allgemeines,
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ganzheitliches Arbeitsprinzip verstanden. Zuwendung trägt dazu bei, eine
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emotionale Basis für die Arbeitsbeziehung zu schaffen (vgl. ebd.:90). Sie
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ist eine innere Haltung der Sozialpädagogin im Sinne von intensiver
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Teilnahme an den berichteten Erlebnissen und Erfahrungen und an den
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Verhaltensweisen der Klientin im Gespräch. Es geht um eine Qualität des
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Daseins, um die für den Klienten erfahrbare Engagiertheit vielmehr als
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um Gesprächstechnik (vgl. ebd.:91 f.).
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