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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 255
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Zielkarte für einen herausfordernden Berufswunsch
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3.1
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Folgerungen für die Weiterarbeit im Fall
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Nach der Umsetzung der beiden Prozessschritte Situationserfassung und
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Analyse fand ein internes Standortgespräch statt, wo die Weiterarbeit in R.s
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Fall besprochen wurde. R., die Bereichsleitung, die Fallführung, der therapeutische Mitarbeiter, R.s zukünftige Bezugsperson der Sozialen Arbeit und
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ich nahmen daran teil. Vor dem Hintergrund der Analyse-Ergebnisse wurden
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R.s weiterer Therapieverlauf in Hinblick auf sein berufliches Ziel sowie die
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Form der Begleitung der neuen Bezugsperson der Sozialen Arbeit besprochen. Mit R. wurden die Beschlüsse der Fallkonferenz thematisiert und die
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interprofessionelle Arbeit an möglichen Herausforderungen besprochen.
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Weiter wurde vereinbart, dass R. seinen Aufenthalt in der Organisation
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noch autonomer und eigenverantwortlicher ausgestalten kann, gleichzeitig
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wurden aber auch Vereinbarungen getroffen, welche Termine für ihn verbindlich sind und wie in Zukunft mit unverbindlichem Verhalten umgegangen wird.
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Der neuen Bezugsperson habe ich mitgegeben, dass sie die Zusammenarbeit mit R. an der Struktur des KPG-Modells ausrichten und die nächsten
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Prozessschritte wiederum individuell und kreativ gestalten möge. Hohe
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Transparenz und Begegnung auf Augenhöhe sollten weiterhin gegeben sein.
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Es erscheint mir wichtig, dass R. auf mögliche Herausforderungen aufmerksam gemacht wird, dass er dabei unterstützt wird, diese anzugehen und sein
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eigenes Ziel zu verfolgen. Seine vielen kleinen Schritte sollen vor dem Hintergrund des zukunftsorientierten Zeitstrahls immer wieder gewürdigt werden,
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denn auf diese Weise wird seine Selbstwirksamkeit gestärkt.
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3.2
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Erkenntnisse
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Die grösste Herausforderung in der Zusammenarbeit mit R. bestand darin, die
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Balance zwischen der Realität – seiner Biografie und Lebenssituation, seiner
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Suchtgeschichte und der damit verbundenen Bewältigungsmuster – und seinem
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beruflichen Ziel zu finden. Sowohl meine persönliche Haltung und Werte als
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auch die damit kongruenten Werte und das Menschenbild der Organisation
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machten es mir möglich, R.s Ziel ernst zu nehmen und ihn dabei zu unterstützen, aber auch mit ihm gemeinsam die realistischen Herausforderungen in den
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Blick zu nehmen.
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Die klare Struktur des KPG-Modells, die den roten Faden für einen sehr partizipativen Arbeitsprozess sicherstellte, haben alle Beteiligten durchgehend als
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sehr unterstützend erlebt. Diese Struktur war auch hilfreich für eine enge Kooperation mit den anderen Fachkräften, was ich für einen wichtigen Wirkfaktor
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halte, ebenso wie meine Transparenz und Offenheit gegenüber R.
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Verallgemeinernd kann ich sagen, dass nicht allein das Engagement und die
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Motivation des Klienten die Wirksamkeit eines Prozesses steigerte, sondern
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auch eine authentische Wertehaltung der Sozialarbeiterinnen gegenüber Klienten. Eine bewusste Beziehungsgestaltung bildet eine unverzichtbare Basis – v. a.
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