2026-001/documents/praxis/pages/144.md
KPG Mentor 0cec1b5740 feat: extract individual page markdown files from PDFs
Generated pages/ subfolders for all documents:
- arbeit: 386 pages
- praxis: 297 pages
- EPG: 11 pages

Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer.
Extracted using pdftotext.
2026-03-05 11:13:56 +00:00

38 lines
2.8 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

Hochuli Freund
31.7.17 S. 144
Teil 2 Arbeitsfeldspezifische Konkretisierungen und Arbeitsmaterialien
• Wann findet eine (Zwischen-)Evaluation statt? (Vgl. Hochuli Freund/Stotz
2015:288)
Dieses Vorgehen sich auf Interventionen zu verständigen entspricht dem Interventionsmodus gemeinsames Handeln (nach Müller 2012:141f.). Wenn keine Kooperation erreicht werden kann, ist gegenüber dem Klienten transparent
darzulegen, ob er die vorgeschlagene Intervention auch ablehnen kann (Interventionstypus Angebot) oder ob es sich um eine Anordnung handelt, die auch
gegen seinen Willen umgesetzt wird (Interventionsmodus Eingriff17). Sinnvollerweise werden die Interventionen insgesamt skizziert, konkret geplant, jedoch
wird zunächst nur eine erste Interventionssequenz durchgeführt. Eine ständige
Überprüfung und Reflektion der realisierten Interventionen und die genaue Planung der jeweils nächsten Schritte sind integraler Bestandteil der Interventionsdurchführung (rollende Planung). Im Verlaufe der Interventionsdurchführung
ist in vielen Fällen ein allmählicher Rollenwechsel angezeigt. Zu Beginn einer
Beratung oder Begleitung nimmt ein Sozialarbeiter oft eine aktive Rolle ein, er
kompensiert eine möglicherweise geringe Motivation und/oder hohe Zweifel
der Klientin durch eigene Initiative und Engagement und vermittelt Vertrauen
in die Klientin und das Gelingen des gemeinsamen Arbeitsprozesses. Wenn auf
diese Weise die Kooperationsbereitschaft der Klientin gewonnen und ihr Selbstvertrauen gestärkt ist, ist die Fähigkeit des Professionellen gefragt, sich immer
mehr zurückzunehmen und sich selber überflüssig zu machen (vgl. Hochuli
Freund/Stotz 2015:298300)
2.6
Evaluation
»Evaluieren heisst, einen Gegenstand systematisch zu untersuchen und daraus Folgerungen abzuleiten. Bei der fallbezogenen Evaluation geht es um
die Bewertung und Beurteilung des Unterstützungsprozesses; dazu gehört
auch die gemeinsame Auswertung mit Klienten(systemen). Evaluation bedarf
einer bewussten, künstlichen Pause in einem Prozess und erlaubt Distanznahme zum Geschehen. Ziel ist das bisherige Vorgehen zu bewerten, Bilanz
zu ziehen und Folgerungen für die weitere Arbeit abzuleiten. Durch Evaluationsgefässe wird die Möglichkeit gemeinsamen Lernens institutionalisiert.«
(Hochuli Freund/Stotz 2015:323)
Zu evaluieren ist ein Kennzeichen von Professionalität. Für eine lernende Organisation, die sich weiterentwickeln und aus der einzelnen Fallarbeit Folgerungen ableiten will, ist eine institutionalisierte fallbezogene Evaluation unabding17 Eingriffshandeln verletzt die Selbstbestimmung und ist stets legitimationsbedürftig;
professionsethisch ist dies nur zu rechtfertigen, wenn eine Gefahr nicht anders abgewendet werden kann was in den Arbeitsfeldern des Eingliederungsmanagements selten
der Fall sein dürfe.
144