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meistens günstiger, sie im Interesse des Empowerments zu verweigern. Distanz und Neutralität sind angezeigt, wenn Auftraggeberinnen eine Tendenz zur Grenzüberschreitung zeigen; manchmal kann das Gegenteil, die emotionale Nähe der Helferin, das Vertrauen in die Situation fördern. Die Arbeit mit familiären Teilsystemen wurde schon beschrieben: Es können alle Familienmitglieder eingeladen werden, nur die Eltern oder die Kinder, alle Frauen oder alle Männer der Familie, die Eltern und die Großeltern usw. Die Zusammensetzung kann von Sitzung zu Sitzung wechseln, über eine bestimmte Zeitstrecke oder den gesamten Hilfeprozess hinweg konstant bleiben. Worte strukturieren Realitäten durch Bedeutungszuschreibungen und die dadurch entstehenden Assoziationsketten in den Köpfen der Menschen. So kann für die potenziellen Auftraggeberinnen die Bezeichnung des Unterstützungsprozesses und das gewählte Setting von großer Bedeutung für ihre positiven oder negativen Erwartungen sein. Manche Menschen wünschen ausdrücklich eine Therapie, weil sie an einem intensiven Auseinandersetzungsprozess mit sich selbst interessiert sind und diesen mit dem Begriff Therapie verbinden. Warum sollte die Helferin den Begriff Therapie vermeiden, wenn sie in der Lage ist, einem solchen Auftrag zu entsprechen? Andere Hilfesuchende dagegen schreckt gerade diese Bezeichnung; sie assoziieren damit Psychiatrie, Verrücktheit und Krankheit. Hier kann der Begriff des Gespräches helfen, denn diese Form der Kommunikation kennt jeder Mensch aus seiner Alltagserfahrung; das kann angstreduzierend wirken. Manchmal müssen hoch qualifizierte Psychotherapeutinnen ihre Arbeit aus rechtlichen oder institutionellen Gründen Beratung statt Therapie nennen, obwohl sie und ihre Klientinnen den Begriff Therapie angemessen finden. Wenn Ratsuchende befürchten, dass die während des Hilfeprozesses entstehende soziale Situation sie in eine emotionale Abhängigkeit von der professionellen Helferin bringen könnte, vermag vielleicht der Begriff des Interviews entsprechende Befürchtungen zu verringern; denn er fördert die Assoziation einer neutralisierenden Distanz zwischen Befragerin und befragter Person.