2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/417.md

2.1 KiB

pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Erfahrung gemacht, dass ein Kind wesentlich leichter zu motivieren ist, wenn es etwas tun soll, was die Eltern ausdrücklich wünschen. Versucht eine Mitarbeiterin hingegen, das Kind zu einem Verhalten zu erziehen, das den Eltern unwichtig ist oder ihrer Einstellung zuwiderläuft, muss sie scheitern“ (Taube 2000, S. 62). Laufen die Erziehungsvorstellungen von Eltern und Heim völlig auseinander, werden alle noch so gut gemeinten und theoretisch einsichtigen therapeutisch-pädagogischen Bemühungen vergeblich sein. Außer an der psychologischen Einzeltherapie nehmen die Kinder noch an Psychomotorikgruppen teil. Bei den halbjährlichen Hilfeplangesprächen erweitert sich das Unterstützungssystem noch um die Sozialarbeiterin des die Kosten tragenden und den Hilfeplan verantwortenden Jugendamtes. Das vom Heim organisierte Unterstützungssystem besteht aus der Herkunftsfamilie des Kindes, dem Kind selbst, seinen Erzieherinnen, Therapeut/Therapeutin und der durch den Bereichsleiter vertretenen sozialen Organisation. Die systemische Familientherapie ist im Hilfeprozess der zentrale Ort für die Verknüpfung von Heimalltag und Herkunftsfamilie. Gerade deshalb nehmen auch die Bezugserzieherinnen daran teil und erhalten für diesen Teil ihrer Arbeit eine systemische Zusatzausbildung. „Dass in die Familientherapiesitzungen die jeweiligen Bezugsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter einbezogen werden, betont den Gesamtsettingcharakter. Es soll vermieden werden, den pädagogischen Bereich auf der einen Seite und den therapeutischen auf der anderen gegeneinander auszuspielen und von wichtigen Informationen abzuschneiden … Auch die Eltern sollen im Gesamtsystem davor geschützt werden, mit einer der beiden Gruppen eine Fraktion gegen die andere zu bilden“ (ebd., S. 55). Die Verbindung von hauptamtlicher und externer Position, weiblicher und männlicher Rolle im therapeutischen Team bietet große Vorteile für die Arbeit. Die hauptamtliche Familientherapeutin erlebt die Kinder im Alltag und in den Einzeltherapiestunden. Sie kann sich dadurch näher beim Kind und