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Problemzusammenhang ein, indem er rechtliche oder faktische Maßnahmen, welche die Schädigung verhindern, trifft oder den Interventionsadressaten (den Tätern; W. R.) solche Maßnahmen explizit oder implizit androht“ (Lüssi 1992, S. 415). Systemische Soziale Arbeit wird notwendige Zwangsmaßnahmen immer auch aus einem system- bzw. familiendynamischen Blickwinkel heraus betrachten. Sie wird das eventuelle Schweigen des Opfers, seine destruktive Bindung an den Täter und die lautlose Unterstützung anderer Opfer in der Familie mithilfe der „unsichtbaren Loyalitäten“ (Boszormenyi-Nagy u. Spark 19981) erklären und diese bei allen Zwangsmaßnahmen in Rechnung stellen. Die Heimunterbringung eines misshandelten Kindes nutzt nichts, wenn es zugleich zu Hause die Beschützerrolle für einen Elternteil oder die Geschwister übernommen hat. Wenn es zu Hause gebraucht wird, wird es aus dem Heim entweichen oder seine Entlassung durch extrem auffälliges Verhalten erzwingen. Kriterienprobleme: Hier geht es u. a. um die Fragen „Was ist ethisch vertretbar?“, „Was verstehen wir unter einer menschenfreundlichen Gesellschaft?“, „Welche Entwicklung soll eine Gesellschaft nehmen?“. Kriterienprobleme entstehen aus dem menschlichen Grundbedürfnis, sich Werte zu setzen, über das Bestehende hinauszugehen und bessere Welten zu antizipieren. Dies hat Ernst Bloch in Das Prinzip Hoffnung eindrücklich beschrieben (Bloch 1973). Die Diskrepanz zwischen dem, was ist, und dem, was sein sollte, ist aber nicht nur ein Motor für Veränderung, sondern auch Quelle von Frustrationen, Kränkungen, Ängsten. Unterschiedliche Auffassungen über die gegenwärtigen Zustände und zukünftig bessere Zeiten erzeugen Konflikte bzw. Machtkämpfe. Werte werden im Namen „besserer Werte“ entwertet. Ein Konflikt im Feld kultureller Werte ist zugleich auch ein Selbstwertkonflikt der betroffenen Menschen. Eine in diesem Zusammenhang wichtige Problemlage ist die Drogenabhängigkeit. Die entsprechenden