2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/201.md

1.8 KiB
Raw Blame History

eine begrenzte Phase im Lebenslauf“ (ebd., S. 73). Bei der untersuchten Bremer Stichprobe dauerte der Sozialhilfebezug, je nach der statistischen Bezugsgröße (Sozialhilfeepisode, Nettooder Bruttosozialhilfebezug), „zwischen der Hälfte und knapp Dreiviertel aller Sozialhilfebezüge weniger als ein Jahr und zwischen einem Zwanzigstel und einem knappen Viertel länger als fünf Jahre“ (ebd., S. 116). Buhr hat entsprechend diesen Ergebnissen fünf Verlaufstypen für Sozialhilfekarrieren herausgestellt (ebd., S. 113 ff.): Überbrücker: „Fälle mit einer Bruttobezugsdauer bis zu 18 Monaten wurden als Kurzzeitbezieher klassifiziert.“ Langzeitbezieher: „Langzeitbezug wurde angenommen, wenn Hilfeempfänger über den gesamten Beobachtungszeitraum zumindest immer mal wieder im Bezug gestanden haben (Bruttodauer), die Sozialhilfe also über den relativ langen Zeitraum von sechs Jahren im Leben der Betroffenen eine Rolle gespielt hat.“ Escaper: „Als eine besondere Gruppe von Langzeitfällen wurden Escaper erfolgreiche Ausbrecher aus der Hilfe betrachtet: Diese sollten den Sozialhilfebezug zum Erhebungszeitpunkt bereits seit mindestens zwei Jahren verlassen haben.“ Mehrfachüberbrücker und Pendler: „Bei beiden Typen hat die Sozialhilfe brutto für längere Zeit im Leben der Hilfeempfänger eine Rolle gespielt, allerdings sind jeweils mehrere Episoden aufgetreten. Im einzelnen wurde festgelegt, daß Mehrfachüberbrücker mindestens zweimal für höchstens sechs Monate im Bezug gestanden haben sollten, also mehrfach kurz, und Pendler mindestens dreimal für mehr als sechs Monate, also mehrfach lang.“ 8 Zum sozialen Sicherungssystem der BRD siehe Bellermann (1990); Albeck, Meinhardt u. Vortmann (1992). 9 Zur Philosophie der Postmoderne siehe zusammenfassend Duss-von Werdt (1996, S. 168 ff.).