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Raw Blame History

sie und unsere gemeinsame Beziehung. Letztlich geht es dabei immer um eine Positionsbestimmung im Spektrum zwischen Sympathie und Antipathie, Nähe und Distanz. In dyadischen Situationen springt der Beziehungsaspekt einer Botschaft geradezu ins Auge. In Gruppensituationen sind die durch Botschaften ausgehandelten, festgelegten und im Kommunikationsprozess veränderbaren Beziehungsdefinitionen für die einzelnen Gruppenmitglieder oft schwerer durchschaubar. Moreno hat deshalb für deren systematische Beschreibung die Methode des Soziogramms entwickelt. Es ermöglicht die Zuordnung von Sachinformationen zu zwei Kategorien der Beziehungsdefinition, die er als Anziehung („Sympathie“) und Abstoßung („Antipathie“) bezeichnete (Moreno 1974). „Appell (oder: Wozu ich dich veranlassen möchte)“: Jede Botschaft enthält auch eine Handlungsaufforderung, über welche die Absenderin das Verhalten der sozialen anderen und damit die soziale Situation zu ihren Gunsten kontrollieren möchte. „Die Nachricht dient also auch dazu, den Empfänger zu veranlassen, bestimmte Dinge zu tun oder zu unterlassen, zu denken oder zu fühlen“ (ebd., S. 29). Ein Beispiel (ebd., S. 48): Wenn die Mutter zu ihrer Tochter sagt: „Zieh dir eine Jacke über, es ist kalt draußen“, hören wir zunächst den Sachinhalt; die Tochter wird von der Mutter über einen Sachverhalt und die zugehörige Bewältigungsmöglichkeit informiert. Die Tochter hört aber auch die anderen Seiten der Botschaft. Da ist zum einen der Appell „Tu, was ich möchte“; dann der Beziehungsaspekt „Ich bin für dich verantwortlich“; und drittens die Seite der Selbstoffenbarung „Ich sorge mich um deine Gesundheit.“ Im Kontext der Beziehung zwischen einer Mutter und ihrer um Selbstständigkeit kämpfenden 14-jährigen Tochter ist zu erwarten, dass diese zwar auf der Sachebene antwortet: „So kalt ist es doch gar nicht“, aber damit die drei anderen Seiten der Botschaft unter der generellen Leitlinie „Ich