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Raw Blame History

WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 250 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

Albrecht Reiner, Dorothea Scholz, Susanne Joos und Wolf Ritscher

Einliegerwohnung innerhalb des Hauses, wo sich auch das Büro seines Betriebes befindet. Haus und Betrieb gehören Herrn Ernst. Herr Ernst so die Sozialarbeiterin komme heute ganz gut zurecht, allerdings seien die Konflikte in der Familie sehr gravierend. Er habe Angst, es könnte noch Schlimmeres passieren und ein nächster Suizidversuch eines Familienmitglieds nicht mehr so glimpflich ausgehen. • Mutter: Helga Ernst (geb. 1948), wohnt mit Karin, Elena und Michael in der Familienwohnung. Nach dem Auszug ihres Mannes und der Kinder Tatjana und Matthias hat sie zur eigenen Stärkung wie sie sagt eine Therapie begonnen, aber diese nach drei bis vier Sitzungen aufgrund schlechter Erfahrungen wieder abgebrochen. Von ca. 1997 bis 2000 habe sie eine analytische Therapie gemacht, die ihr aber keine Zukunftsperspektiven eröffnet habe. Schließlich habe sie auch diese Therapie für sich beendet. Im Winter 2001/2002 habe sie sich für ein paar Tage in den eigenen Wohnwagen vor dem Haus zurückgezogen und dort einen Suizidversuch mit Tabletten unternommen. Dies war Anlass, gemeinsam mit ihrem Mann und den drei jüngsten Kindern zur Familienberatungsstelle zu gehen. Nach zwei Beratungsterminen habe man sich »im Kreis gedreht«. Die Beratung wurde beendet. Frau Ernst hat einen Minijob. Für die Wohnung, welche sie mit den drei jüngeren Kindern bewohnt, zahlt sie keine Miete, dafür bezahlt ihr Mann keinen Unterhalt an sie. Herr und Frau Ernst heirateten 1978. Aus ihrer Ehe gingen fünf Kinder hervor. Von Beginn an gab es Konflikte. Die Spannungen nahmen mit den Jahren zu. Nach Aussage von Frau Ernst habe ihr Mann von Anfang an nur auf seine Mutter gehört, und sie selbst habe »nichts gegolten« bei ihm nicht und bei ihrer Schwiegermutter nicht. Herr Ernst berichtet dagegen, dass seine Frau ihm absichtlich gerade das gekocht habe, was ihm nicht schmeckte, außerdem sei sie aus dem ehelichen Schlafzimmer ausgezogen. • Tatjana (geb. 1979) suchte nach ihrem 18. Geburtstag eine eigene Wohnung am Ort. Daraufhin kam es zu einer großen Auseinandersetzung zwischen ihr und ihrer Mutter. Frau Ernst habe geäußert, dass Tatjana wenn sie ausziehe ihre Geschwister nie mehr sehen könne. Auch sei sie dann nicht mehr ihre Tochter. Tatjana habe dies sehr mitgenommen, und sie habe daraufhin einen Suizidversuch mit Tabletten unternommen. Der Vater unterstützte Tatjana schließlich beim Umzug in die eigene Wohnung. Seit diesem Zeitpunkt gab es keinen Kontakt mehr zur Mutter. Seit Oktober 2001 studiert sie Psychologie. Sie kommt ca. alle zwei Monate nach Hause und wohnt dann beim Vater.

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