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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 248 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Albrecht Reiner, Dorothea Scholz, Susanne Joos und Wolf Ritscher
dass es durchaus Möglichkeiten gibt, aus dem anfänglichen Zwang in eine Bereitschaft zur Mitarbeit zu wechseln, wenn Hoffnung entsteht, mit professioneller Hilfe aus chronischen Lebens- und Familienverwicklungen heraus neue Handlungsmöglichkeiten zu entwerfen. Überhaupt lässt sich die Idee der Freiwilligkeit im Rahmen von Therapie und Sozialarbeit kritisch beleuchten. Nimmt man professionelle Hilfe in Anspruch, gibt man immer ein Stück seiner Autonomie auf. Die betreffende Familie muss sich eingestehen, dass sie mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gescheitert und von daher gezwungen ist, sich Hilfe von außen – und dann noch durch Fachkräfte – zu holen. Diese realisieren immer auch einen gesellschaftlichen Auftrag. Insofern ist weniger Freiwilligkeit bzw. Kontrolle das Thema, sondern die Annahme eines Angebotes der Jugendhilfe (vgl. B. Müller 1993), um aus dem eigenen Schlamassel heraus- oder einem »Eingriff« (ebd.) der öffentlichen Jugendhilfe und des Familiengerichtes (z. B. dem Entzuge des Sorgerechtes) zuvorzukommen. In diesem Sinne finden wir die Leitfrage von Conen, »Wie können wir Ihnen helfen, uns wieder loszuwerden?« (Conen 1996b), eine hilfreiche Zielorientierung in dieser widersprüchlichen Ausgangslage.
- Die Beziehung zum Jugendamt Wir bieten AFT als Jugendhilfemaßnahme an. In diesem Sinne muss die Problematik eines Kindes im Vordergrund stehen. Die Jugendämter, mit denen wir zusammenarbeiten, haben für sich Strukturen entwickelt, welche die Klärung sicherstellen, ob AFT die geeignete Maßnahme anbietet. Das TAF wird erst nach dieser Klärung angefragt und trifft in der Regel auf gut vorbereitete Familien. Wir erhalten vorab schriftliche Unterlagen zur Vorgeschichte der geplanten Maßnahme. Werden bereits weitere Maßnahmen in der Familie durchgeführt, so hilft ein gemeinsames Gespräch aller Fachkräfte, die jeweiligen Maßnahmen aufeinander abzustimmen. Beim Erstgespräch mit der Familie sind TAF und Jugendamt beteiligt. Dabei geht es um das gegenseitige Kennenlernen und das gemeinsame Formulieren von Zielen, an denen in der Familientherapie gearbeitet werden soll. Als hilfreich hat sich erwiesen, dass in den darauf folgenden Sitzungen die Perspektiven, Ziele und Aufträge der Familie sowie die Arbeitsweise der Therapeutinnen wiederholt zum Thema gemacht werden. So kann eine für alle transparente Basis der 248