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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 229 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
- Sozialpädagogische Familienhilfe
jugendgerechte Aktivitäten eingebunden. Paul hatte zu seinem Paten mit der Zeit ein gutes Verhältnis entwickelt, der zu seinem persönlichen Berater wurde. Von ihm wird er als Jugendlicher auf dem Weg zum Erwachsensein ernst genommen und muss nicht um seine Anerkennung kämpfen. Die Akzeptanz seiner Autonomiewünsche seitens des Paten ermöglichte es Paul, auch schwierige Themen anzusprechen und zusammen mit ihm über Lösungswege nachzudenken. Aus Platzgründen kann hier nicht der ganze Prozess in allen Details beschrieben werden. Als vorläufiges Fazit kann an dieser Stelle aber berichtet werden, dass die Eltern mittlerweile gut gemeinsam ihre Erziehungskompetenz wahrnehmen, Paul sich wieder mit der Mutter unterhält, vermehrt den Kontakt zu ihr sucht und sie sogar als »Ratgeberin« in Anspruch nimmt. Nach dreimonatiger Arbeit haben wir erreicht, dass die Eltern alleine für eine Woche einen Urlaub genießen konnten, nachdem es gelungen war, Paul das Vertrauen entgegenzubringen, dass er mit Unterstützung von Freunden und des »Paten« zu Hause bleiben konnte. Auch als Paar begegnen sich Herr und Frau Krahl in den Gesprächen direkt, halten beispielsweise Blickkontakt, hören aktiv zu und wirken entspannt. Im Kontakt mit seinem Paten hat Paul hinsichtlich Schule und Gesundheitsfürsorge mehr Verantwortung für sein Handeln übernommen. Derzeit hat er nicht die Absicht, seine »Verweigerung« komplett aufzugeben. Er beschreibt, dass die Eltern sich sehr verändert haben, und er will erst mal abwarten, was da noch auf ihn zukommt. Sein Vater scheint ihm verlässlicher als früher zu sein. Seine schulischen Leistungen hatte Paul zwar verbessert, aber eine Versetzung in die nächsthöhere Klasse gelang ihm nicht. Durch die Schule wurden Grenzen gesetzt, für die er seine Eltern nicht verantwortlich machen konnte. In dieser Phase wurde seine Bedürftigkeit nochmals deutlich. Seinen Eltern gelang es gut, sich in dieser Situation nicht anklagend oder vorwurfsvoll zu verhalten, sondern altersgemäß fordernd, aber unterstützend. Paul baute nun langsam auch wieder seine Kontakte zu Gleichaltrigen auf. Er benötigt jetzt mehr Taschengeld, weil dadurch neue Freizeitaktivitäten entstanden sind. Dafür ist er bereit, zu Hause besondere Aufgaben zu übernehmen.
4.3 Ko-Arbeit: Eine besondere Herausforderung – auch in diesem Fall Die Arbeit in einer Familie mit zwei oder sogar mehreren Kollegen (das träfe zu, wenn Paul beispielsweise in die Jungenfreizeitgruppe aufgenommen würde, die außer von seinem Paten von einem weiteren Kol229