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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 225 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Sozialpädagogische Familienhilfe

• den Eltern Beistand zu sein in Fragen der Erziehung • die Eheprobleme bearbeiten, um die elterliche Kompetenz zu aktivieren

• den weiteren Bedarf zu klären. Da es sich um eine Hilfe nach dem KJHG handelt, ist es nicht möglich, über den Hilfeplan eine Paarberatung im klassischen Sinne zu finanzieren. In diesem Fall war jedoch offensichtlich, dass es sich auch um einen tief greifenden Konflikt auf der Paarebene handelte. Von den Eltern wurde aber klar der Bedarf nach einer Paartherapie ausgesprochen, um gemeinsam an der elterlichen Kompetenz zu arbeiten. In diesem Fall war deshalb die Paartherapie für den Kostenträger vertretbar. Wir streben an, aus einem Erstgespräch möglichst gleichzeitig ein Kontraktgespräch zu machen. Dies gelingt jedoch nicht immer. Oftmals stehen die Hilfe suchenden Personen sehr unter Druck, haben Angst oder versuchen, eine weitere enge Zusammenarbeit noch zu vermeiden. Dies gilt besonders für Familien, die in einem Zwangskontext vorgestellt werden. Diese Personen reden oft sehr viel und lassen sich nur schwer bremsen. Dennoch wird auch hier versucht, Struktur zu geben. Es wird aber auch akzeptiert, dass aus Unsicherheit »blockiert« wird. Da in der Regel nach dem Erstgespräch eine Hilfeform verabredet und ein gemeinsamer Arbeitsweg beschritten werden, kann ein Kontrakt auch in einem der folgenden Gespräche geschlossen werden. Wichtig erscheint uns, dass sich die Menschen von Beginn an sicher und angenommen fühlen. Mit der Familie Krahl werden sehr kurzfristig Termine vereinbart. Die Eltern stehen unter enormem Druck. Nach zwei Terminen notiert die Familientherapeutin: »Die Eltern zeigen sich von Anfang an motiviert zur Mitarbeit. Sie sind bereit, sich auf die Gesprächstermine einzulassen, und wollen erarbeitete Ideen umsetzen. Ihnen ist bewusst, dass die Themen sowohl die Eltern- als auch die Paarebene betreffen.« Erarbeitete Ziele: Frau Krahl: • zurück zur Erziehung kommen • Paul mehr verstehen und motivieren • Freizeitverhalten in der Familie ändern; mehr gemeinsam machen • das Erreichte erhalten und stabilisieren • »Schulterschluss« als Eltern; gemeinsam besprechen, entscheiden und durchsetzen.

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