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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 159 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Sozialräumliche, integrierte und flexible Jugendhilfe im Gemeinwesen

• Mitwirkung bei Pädagogischen Tagen, Gesamtlehrerinnenkonferenzen, Schulkonferenzen, Elternbeiratssitzungen, Begleitung bei Schulentwicklung Ziele: Information über Angebote und Möglichkeiten der Jugendhilfe, sozialpädagogische und psychologische Inhalte und Methoden vermitteln, z. B. zu den Themen: Umgang mit schwierigen Schülerinnen, Gewalt, Konfliktintervention, Kommunikation, Gruppenprozesse. • Pädagogische Fallbesprechungsgruppen Ziele: Lehrerinnen können über ihren Umgang mit schwierigen Klassen oder schwierigen Schülerinnen reflektieren, zielorientiert Lösungsstrategien entwickeln und diese einüben.

Entsprechend unserem systemischen Ansatz, wollen wir möglichst mit allen Gruppierungen arbeiten, die dem System Schule angehören. Schülerinnen, Lehrerinnen und Eltern sollen für Konflikte als Entstehungsherd von Gewalt sensibilisiert werden. Ziel sind ein offensiver Umgang mit Konflikten und ein Schulklima, in dem Gewalt nicht toleriert wird. Darüber hinaus wollen wir den Schülerinnen, Eltern und Lehrerinnen auch unsere Angebote im Bereich der präventiven Treffpunktarbeit, der Beratung und der ambulanten Hilfen bekannt machen, um so einen niedrigschwelligen Zugang zu uns zu ermöglichen. 8.3.3 Beispiel aus der Praxis: Klassenprojekt zu »Konfliktintervention in Klassen« 8.3.3.1 Ausgangssituation Im März 2002 wurden wir vom Schulleiter einer Realschule gebeten, zu einem außerordentlichen Elternabend einer 7. Klasse hinzuzukommen, der schon in der darauf folgenden Woche stattfinden sollte. Parallel dazu nahm eine Mutter derselben Klasse Kontakt zu uns auf. Sie äußerte den Wunsch, dass wir mit fünf Schülerinnen der Klasse ein Sozialtraining machen sollten, da diese Gruppe in der Klasse zu viel störe und es auch zu einem Vorfall gekommen sei. Zwei Schüler hätten einen Mitschüler in einen Schrank gesperrt. Als dieser Schüler versucht habe, sich zu befreien, habe er sich eine Wunde zugezogen. Die Eltern der »Täter« waren am Elternabend nicht anwesend, die zwei Schüler wurden von den anderen Eltern für die Klassensituation verantwortlich gemacht. Wir äußerten Verständnis dafür, dass die Eltern in Sorge um das Klassenklima seien und das Wohl einiger Schülerinnen gefährdet sähen. Der Klassenlehrer meinte, dass dies die 159