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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 66 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Cornelia Jager
- Das Reflektierende Team in der Teamberatung: Ein Konzept zur Beteiligung der Betroffenen im Hilfeplanverfahren 4.1 Vorteile der gemeinsamen Teamberatung von ASD und Betroffenen für den Hilfeprozess Der Allgemeine Soziale Dienst ist eine der wichtigsten kommunalen Schlüsselinstanzen für einen problemangemessenen Zugang zu und Umgang mit Familien und Kindern in Problem- bzw. Krisensituationen. Die Einbeziehung des Kindes oder Jugendlichen als auch der Eltern in den Entscheidungsprozess bei einer Hilfeentwicklung ist deshalb eine besonders anspruchsvolle Aufgabe des ASD. Das im KJHG angelegte Aushandlungskonzept, ausdrücklich festgelegt in § 36 für das Hilfeplanverfahren bei Hilfen zur Erziehung, fordert von den ASD-Mitarbeiterinnen, einen Aushandlungsprozess bezüglich der verschiedenen Interessen und Erwartungen zu initiieren und zu unterstützen. Das stellt hohe fachliche Anforderungen an sie (Faltermeier et al. 1996). Hilfe zur Erziehung soll zu einer Verhaltens- oder Einstellungsänderung bei Kindern, Jugendlichen und Eltern beitragen. Die Klärung der Bedingungen und notwendigen Änderungsschritte kann nur gemeinsam mit den Betroffenen erfolgen. Die Entscheidung über eine geeignete Hilfe sollte als nicht abtrennbarer Bestandteil des einheitlichen pädagogischen Prozesses von der Fachkraft und dem Personensorgeberechtigen gemeinsam getroffen werden (vgl. Wiesner et al. 1995). In diesem Sinne muss die Mitwirkung der Betroffenen in allen Phasen gewährleistet sein. Wird die Entscheidung selbst dem Team übertragen, verliert der Prozess seinen inneren Zusammenhang; er wird in eine vorbereitende und eine entscheidende Phase getrennt, an denen jeweils unterschiedliche Fachkräfte beteiligt sind. Geschieht dies auch noch in Abwesenheit der Adressatinnen, wird eines der zentralen Ziele des KJHG, die umfassende Beteiligung der Adressanten, unterlaufen – sie werden wieder zu Objekten von Entscheidungen reduziert. Den Forderungen des KJHG für die Hilfeplanung – das Zusammenwirken mehrere Fachkräfte und die Mitwirkung der Betroffenen – wird die Teamberatung mit den Betroffenen Familienmitgliedern gerecht. Wir nutzen dafür die Methode des Reflektierenden Teams (Andersen 1990). 66