2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/524.md

33 lines
2.7 KiB
Markdown

524
Fachverband Traumapädagogik e. V.
lität der zertifizierten Institute stetig zu überprüfen, wurden seitens der Fachverbände unterschiedliche Instrumente zur weitergehenden Evaluation eingeführt.
So haben die Teilnehmenden der Weiterbildungen inzwischen u. a. die Möglichkeit, ein zentrales online-basiertes Evaluationssystem zu nutzen.
Auch in der Wissenschaft stellt die Auseinandersetzung mit der Traumapädagogik schon lange kein Alleinstellungsmerkmal mehr dar. Zum einen wurde die
positive Wirksamkeit traumapädagogischer Implementationsprozesse mehrfach
in empirischen Studien belegt (Übersicht bei van Mil 2023), daneben findet an
Hochschulen und freien wissenschaftlichen Instituten auch theoriebildende und
konzeptionelle Arbeit statt. Der Fachverband begrüßt diese Entwicklungen und
will die Akteur*innen in einen Austausch miteinander bringen bzw. einen fruchtbaren Diskurs fördern. Zu diesem Zweck wurde im Jahr 2021 ein Forum gegründet, in welchem sich traumapädagogisch arbeitende Wissenschaftler*innen regelmäßig treffen, austauschen und gemeinsame Formate (z. B. Fachveranstaltungen)
entwickeln.
Um die Vielfalt der traumapädagogischen Entwicklungen in den letzten Jahren
abzubilden und gleichzeitig in der Unendlichkeit des digitalen Raums einen verlässlichen Raum für geprüfte Inhalte bereitzustellen, hat der Fachverband im Jahr
2023 das Dokumentarische Wörterbuch Traumapädagogik herausgebracht. Hier
wird die Fachrichtung in Gestalt zahlreicher kompakter Einzelartikel von fachkundigen Autor*innen aus Praxis und Wissenschaft in ihrer Breite dargestellt
(www.dwtp.de).
Der Fachverband als Ort der Interessenvertretung
Seit Gründung des Fachverbands ist es das Ziel, sowohl die Versorgung der (nicht
nur) traumabetroffenen Menschen in den psychosozialen Handlungsfeldern als
auch die Situation der dort tätigen Fachmenschen zu verbessern. Immer wieder
wirbt der Fachverband daher für die Verankerung traumapädagogischer Inhalte in
den grundständigen Ausbildungs- und Studiengängen der Sozialen Arbeit. Neben
all den positiven Entwicklungen im Sinne einer hohen Verbreitung in der »Fachwelt« ist hinsichtlich der politischen Akzeptanz und vor allem Förderung der
Traumapädagogik noch ein weiter Weg zu gehen. Hier muss der Fachverband in
den nächsten Jahren seine Bemühungen intensivieren und fokussierte Strategien
entwickeln.
Neben dem Werben für die Etablierung der Traumapädagogik in Praxis und
Lehre werden auch weitere politische und gesellschaftliche Entwicklungen seitens
des Fachverbands kritisch (z. B. in Form von Positionspapieren) begleitet. So äußerte sich der Verband bspw. zur Lage des Kinderschutzes im Kontext der Pandemie, zur Standardabsenkung in der Versorgung geflüchteter junger Menschen