2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/516.md

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516
Forschung und Qualitätssicherung
ges Gehirn und Trigger wurden Kinder quantitativ zu ihrem Erleben befragt. Die
Ergebnisse zeigen eine sehr positive Ausbeute dieser sicher für die Pädagog*innen
nicht immer einfachen Kinderrunden.
Besonders prägnant vermittelt sich den Kindern das dreigliedrige Gehirn:
»Wenn du ein Trauma hast oder so, dann funktioniert das nicht mehr, sondern ist
gleich auf Umschalten«, informierte ein Junge die Forscher*innen. Zahlreiche Interviews zeigen, wie die Wissensinhalte zum dreigliedrigen Gehirn angewandt
und konstruktive Lösungen befördert werden. Aber auch zu Triggern haben die
Kinder Kompetenzen hinzugewonnen: »In so ner Situation […] bleibst du nicht
ruhig […], da handelst du einfach«, beschrieb ein Junge diese Erfahrung. Für viele
Alltagssituationen der Kinder und Jugendlichen liefert das Triggerkonzept eine
fundierte Erklärung: »Deswegen kann ich auch meistens nicht so gut schlafen«, berichtete ein Mädchen. Dies hilft auch, diesem Automatismus immer mehr entgegenzuwirken. Zeichnen und Schreiben wurden z. B. als weitere wichtige Methoden
zur Emotionsregulation genannt: »Meistens kann ich […] nicht so gut reden, und
dann versuche ich, das aufzumalen oder aufzuschreiben.«
Insgesamt zeichnet die multimethodisch angelegte Untersuchung ein sehr ermutigendes Evaluationsergebnis der traumapädagogischen Schulung und schließt
damit an die oben bereits genannten wenigen vorhandenen Forschungsergebnisse
an. Vor allem aber scheint die Schulung auch Spaß an der Arbeit vermittelt zu
haben, wie der Einrichtungsleiter abschließend feststellte: »Wenn ich […] mitkriege, […] mit welchem Engagement und mit welcher Beteiligung und mit welcher Identifikation die mit bei der Sache sind, […] das hat mich sehr erfüllt«. Den Beispielen
zu folgen, scheint also sinnvoll zu sein sowohl im Hinblick auf die Schulung als
auch auf die begleitende Evaluation.
Nach Abschluss der Implementierungsphase und der begleitenden wissenschaftlichen Auswertung hat die Tabaluga Kinder- und Jugendhilfe sich zum Ziel
gesetzt, den traumapädagogischen Prozess am Leben zu erhalten und weiterzuführen. Umgesetzt werden soll dies mit qualifizierenden Kinderrunden, mit der
Schulung neuer Kolleg*innen durch zertifizierte Traumapädagog*innen, mit regelmäßigen Reflexionsrunden zur Traumapädagogik mit allen Pädagog*innen
und Therapeut*innen sowie mit jährlichen traumapädagogischen Schulungen für
alle Führungskräfte. Auf diese Weise erhofft sich die Einrichtungsleitung, den
traumapädagogischen Ansatz zu vertiefen. In einem aufwendigen Prozess wurden
zudem inzwischen alle Wohngruppen und sonstigen Angebote der Einrichtung
vom Fachverband Traumapädagogik mit dem traumapädagogischen Qualitätssiegel ausgezeichnet. Zur langfristigen Qualitätssicherung wäre es darüber hinaus
sicher hilfreich, die damit einhergehenden Veränderungen nochmals wissenschaftlich zu evaluieren.