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Reaktionsweisen und Folgen des Körpers auf Bedrohung oder Lebensgefahr
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Wichtige Bereiche des Neokortex, wie die Frontallappen, entwickeln sich ab
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dem zweiten Lebensjahr. Dadurch entfalten sich Fähigkeiten wie stillsitzen oder
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sich sprachlich auszudrücken. Die Frontallappen sind auch Sitz der Empathie –
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»unserer Fähigkeit, uns in andere Menschen einzufühlen« (van der Kolk 2015,
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S. 73). Der Neokortex reguliert unsere Sprache und unser Denken, er hilft uns zu
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planen und zu reflektieren, er ist zuständig für ein zielgerichtetes Handeln oder für
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das Lösen von Problemen. Seine Sprache ist die Sprache der Worte.
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Das implizite und das explizite Gedächtnis
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Unser Gehirn muss eine Unzahl an Informationen speichern und auch wieder abrufen. Hierzu nutzen wir vor allem zwei verschiedene Gedächtnissysteme:
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Das explizite (deklarative) Gedächtnis ist das Wissensgedächtnis. Es enthält Inhalte, die aktiv gelernt und wieder abgerufen werden. Es lässt sich durch neues
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Lernen erweitern, doch Informationen zerfallen wieder, wenn wir sie nicht mehr
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nutzen (Scaer 2014).
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Das implizite (nicht-deklarative) Gedächtnis speichert dauerhaft unsere unbewussten Erinnerungen, wie z. B. Reaktionen auf der Beziehungsebene (Heller/LaPierre 2012). Dieses Körper-Gedächtnissystem ist außersprachlich und ist so über
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die Sprache der Worte schwer zu ergründen.
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Reaktionsweisen und Folgen des Körpers auf
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Bedrohung oder Lebensgefahr
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Die polyvagale Theorie
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Bisher wurde davon ausgegangen, dass das ANS durch den Sympathikus und den
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Parasympathikus zweigeteilt ist. Stephen Porges, ein amerikanischer Professor für
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Psychiatrie und Biomedizintechnik, beschreibt nun in seiner polyvagalen Theorie,
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dass der Parasympathikus aufgeteilt ist in einen dorsalen (hinten liegenden) und
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ventralen (vorne liegenden) Vagus (der größte Nerv des Parasympathikus). Unser
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ANS fungiert als ein unbewusstes Überwachungsprogramm, welches 24 Stunden
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am Tag unsere Umgebung nach Gefahr abtastet.
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Porges zeigt nun auf, wie uns eine Abfolge von wirksamen Verteidigungsstrategien zur Verfügung steht. Dabei können wir auf drei fundamentale Energiesysteme unseres ANS zurückgreifen.
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Unser ältestes und primitivstes System wird durch den dorsalen parasympathischen Zweig des Vagusnervs gesteuert und stammt aus der Zeit der Knorpelfische
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(Levine 2010). Dieses dorsale Vagussystem ist in einem Zustand der Sicherheit für
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Verdauung und Entspannung zuständig.
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