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Der Mensch – ein Kommunikations- und Informationsnetzwerk des Körpers
Trauma und Körper Thomas Lang
»Ne«, sagt Tante Berta. »Ne, ne, der hat nicht alle Tassen im Schrank. Punkt!« […]. Ich möchte Tante Berta vors Knie treten, […]. Mein Bein zuckt heftig, und bevor es tatsächlich mit Schmackes loslegt, stehe ich schnell auf. Ich bin ganz heiß innen drin, und irgendetwas zerplatzt da gerade in meinem Hals. […] Und dann renne ich schnell raus und schmeiße die Tür zu, […]. Jetzt werde ich ganz kalt innen drin und kriege eine Gänsehaut. Oder umgekehrt. Ich kriege eine Gänsehaut und werde ganz kalt. Ich habe noch nicht rausgefunden, was zuerst passiert. Oder ob es gleichzeitig ist« (Werner 2011, S. 5f.).
Traumata führen zu körperlichen Veränderungen, u. a im Bereich des Gehirns und des Autonomen Nervensystems (ANS). An Pille, dem kleinen Jungen, der im obigen Zitat von seinen Erfahrungen berichtet, erkennen wir sehr gut, wie die Gedanken und das Verhalten von Tante Berta in seinem Körper eine Reihe von Körperempfindungen und -impulsen auslösen. Je intensiver eine Erfahrung ist, umso deutlicher reagiert der Körper auf diese Erfahrung. Trauma ist eine außergewöhnliche Erfahrung – wie reagiert also unser Körper während und nach dem Trauma darauf? Und was braucht der Körper, um wieder in eine Balance zu kommen, wieder heilen zu können?
Der Mensch – ein Kommunikations- und Informationsnetzwerk des Körpers Unser Körper kann als ein Kommunikations- und Informationsnetzwerk gesehen werden. Er besteht aus Milliarden von Zellen, die sich zu Zellverbänden zusammenschließen. Über unser Nervensystem und das Hormonsystem kommunizieren Zellen und Zellverbände miteinander. Dabei kommt unserem Autonomen Nervensystem eine besondere Bedeutung zu.
Das Autonome Nervensystem (ANS) Unser ANS steuert hauptsächlich Funktionen, die unserem Überleben dienen. Es wacht über die größtenteils unbewusst ablaufenden Körperfunktionen und steuert dabei vor allem Herzfrequenz, Atmung, Wärmeregulation, Verdauung, Körper-
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