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Das Ineinanderschieben der Generationen (Teleskoping)
fen, die ihm zugewiesene Rolle eines verlorenen Objekts. Derart traumatisierte
Kinder tendieren dazu, auf der Suche nach einem Begreifen in ihren aktuellen
Objektbeziehungen das unverstandene traumatische Erbe zu reaktualisieren und
dabei die transgenerational vermittelte Traumatisierung zu wiederholen. Die im
eigenen Seelenleben eingekapselte, unverstandene Realität der Eltern bestimmt
das Erleben der eigenen Gegenwart, die durch die traumatischen Erfahrungen der
Eltern erschüttert scheint. Die Kinder leben so in zwei Realitäten, der eigenen und
der der Eltern, und in zwei Zeiten, in der Vergangenheit der Eltern, die in ihnen
am Leben gehalten wird, sowie der eigenen Gegenwart. Dies ist häufig verbunden
mit dem Wunsch, die introjizierten überwältigenden Gefühle zu externalisieren.
Unbewusst tendieren diese Kinder dazu, die erlebten Grenzverletzungen mit ihren
aktuellen Objekten zu wiederholen, was zu gravierenden Beziehungsstörungen
führt.
Das Ineinanderschieben der Generationen (Teleskoping)
Die Auflösung der festen Generationengrenzen und das Ineinanderschieben der
gegenwärtigen und vergangenen Erfahrungen oft mehrerer Generationen stellt
Faimberg (1987; 2009) in das Zentrum ihres Konzepts des Teleskoping. In einer
die elterliche Traumatisierung enthaltende narzisstischen Objektregulation bleibt
das Kind unwissend an die traumatische Geschichte der Eltern gebunden. Die in
ihren Objektbeziehungen durch die Erfahrung extremer Traumatisierung beeinträchtigten Eltern behindern die freie Entwicklung ihrer Kinder. Ihre eigenen
schweren narzisstischen Kränkungen lassen sie das Kind als Werkzeug ihrer narzisstischen Bedürfnisse nutzen. Die Kinder bleiben so lebenslang Gefangene der
narzisstischen Ideale ihrer Eltern, die zum einen sich selbst aneignen und zuschreiben, was sie im Kind als gut und lustvoll erleben, und zum anderen die ihnen selbst unerträglichen, aggressiven oder destruktiven Anteile in das Kind projizieren. Über diese Modi von einerseits Aneignung und andererseits Intrusion
erzeugen sie im Kind gleichzeitig eine Leere wie eine allgegenwärtige Präsenz des
elterlichen Objekts. Das Kind kann vor diesem Hintergrund keine Entwicklung zu
einer reiferen Form einer Objektbeziehung durchlaufen, es bleibt unbewusst mit
den so eingeschriebenen inneren Eltern identifiziert. Es ist seiner positiven Identität beraubt und muss sich über eine negative Identität, die ihm eigentlich fremd
und nicht zugehörig ist, definieren. In diesem Sinne versteht Faimberg die Entwicklung dieser Kinder über den Mechanismus einer entfremdeten Identifizierung. Diese Identifizierungen sind abgespalten, bleiben ein Geheimnis, das als
Gefühl der Leere und Abwesenheit erlebt wird, da das Kind keinen Zugang zu den
dominierenden Einflüssen des ihn regulierenden elterlichen Narzissmus hat.
Während der Modus einer narzisstischen Kontrolle auch unabhängig von trauma-
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