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Übertragung der dissoziativen Dynamik
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Erstens braucht ein Kind in der akuten Situation immer zuerst Beruhigung. Ist
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das Kind in einem dissoziativen Zustand (ob in mörderischer Rage oder einer dissoziativen Erstarrung), so kann es die angekündigten Konsequenzen weder aufnehmen noch verstehen. Möglicherweise ist es später in einem anderen Anteil
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auch amnestisch für die besprochene Konsequenz und wird dann als lernresistent
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eingestuft. Unter starkem Stress ist unsere Aufnahmefähigkeit rein physiologisch
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stark eingeschränkt, wir können menschliche Stimmen schlecht hören, weil über
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die Gesichtsmuskeln das Mittelohr reguliert wird und wir bei Gefahr auf tiefe Frequenzen fokussieren (Porges 2011), zudem unterdrückt die Hirnaktivität, die uns
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eine Kampf- oder Fluchtreaktion ermöglicht, die kortikale Sprachverarbeitung
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und die Affektregulation (Yehuda 2014). Deshalb macht es erst Sinn, die Situation
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zu besprechen, wenn sich das physische Stresslevel wieder gesenkt hat.
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Zweitens sollte weniger auf das Verhalten konzentriert werden und stärker auf
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die Verarbeitung und Integration. Wir müssen davon ausgehen, dass ein Kind unter derartigen Belastungen sein Verhalten nicht immer regulieren kann. Seine Verantwortung liegt deshalb vor allem darin, sich mit seinen Helfer*innen darum zu
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kümmern die Traumatisierungen zu verarbeiten und dissoziative Anteile zu integrieren (Marks 2014b).
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Der dritte Punkt betrifft die Art der Konsequenzen. Traumatisierte Kinder dürfen durch die Konsequenzen nicht re-traumatisiert werden. Ein Kind, das schwere
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Vernachlässigung erlebt hat und als Baby tagelang alleine in seinem Zimmer im
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Gitterbettchen liegen gelassen wurde, wird auf ein Time-Out als Konsequenz mit
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hoher Wahrscheinlichkeit dissoziativ reagieren, sodass sich die dissoziative Reaktion noch mehr einschleift. Viele der klassischen Konsequenzen arbeiten mit Beziehungsentzug (Time-Out, Nachsitzen, Hausarrest, Ausschluss von Gruppenaktivitäten) und können für diese Kinder schwer zu verarbeiten sein, weil sie in der
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Regel bindungstraumatisiert sind. Es ist wichtig, sich die individuelle Geschichte
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des Kindes vor Augen zu führen (soweit bekannt) und entsprechend bindungsstärkende Konsequenzen zu entwickeln – Time-In statt Time-Out (Marks 2013).
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So könnte eine Konsequenz für das Kind darin bestehen, mit der Bezugsbetreuerin eine halbe Stunde zusammenzusitzen und an den Ressourcen- und Triggerlisten für seinen Notfallkoffer zu arbeiten oder etwas Besonderes für die Gruppe zu
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tun. Wiedergutmachung statt Bestrafung, oft haben die Kinder auch selbst Ideen,
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was sie tun könnten.
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Übertragung der dissoziativen Dynamik
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Manchmal zeigen Kinder sich in unterschiedlichen Lebensbereichen sehr unterschiedlich. Sie sind zum Beispiel in der Schule still und angepasst (wobei hier auch
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dissoziative Abwesenheit oft als Unaufmerksamkeit oder Desinteresse fehlgedeu-
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