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Reflexion von Gruppenregeln
verbalisieren zu können, Kritik annehmen zu können, Lob annehmen zu können,
anderen zuzuhören und sie ausreden zu lassen, eigenes Verhalten zu reflektieren
und einzuordnen, das alles sind förderliche Erfahrungen. Das Feedback-Geben
und -Nehmen und das damit verbundene Hineinversetzten in die Situation eines
anderen Gruppenmitgliedes fördert die Empathiefähigkeit.
Die Umsetzung dieser beiden Aspekte wird nicht unmittelbar dazu führen, dass
sich alle Kinder und Jugendlichen gerne und sinnhaft an den Feedbackrunden
beteiligen. Es braucht Zeit und Vertrauen, um die Sicherheit, die wir herstellen
wollen, auch spürbar werden zu lassen. Die Moderation dieser Runden wird immer
eine pädagogische Herausforderung bleiben. Und auch die erwachsenen Bezugspersonen können von dieser Dynamik profitieren. Wenn sie sich darauf einlassen,
werden sie Gruppenprozesse besser wahrnehmen können, auf die Gruppendynamik einwirken und Gruppenprozesse steuern können und bestehende Geheimnisstrukturen mit der Zeit auflösen.
Reflexion von Gruppenregeln
In allen pädagogischen Arbeitsfeldern wird im Alltag üblicherweise mit einer
Vielzahl an Gruppenregeln gearbeitet. Die Intention zum Erstellen und Umsetzen
dieser Gruppenregeln ist vordergründig häufig die Idee, Gerechtigkeit unter den
betreuten jungen Menschen herzustellen und eine sichernde und verlässliche
Struktur für sie zu rahmen. Hintergründig geht es oft aber auch darum, die Unsicherheit der Pädagog*innen im eigenen Handeln zu versorgen und zu kompensieren. Regeln schaffen so eine Distanz zwischen den jungen Menschen und den Pädagog*innen, weil sie sich auf eine abstrakte Wenn-Dann-Systematik beziehen
und nicht auf die persönliche Haltung der Pädagog*innen.
Durch das Orientieren und Diskutieren an Gruppenregeln wird es dem Team
erschwert, im Sinne einer Erziehungspartnerschaft in die Auseinandersetzung mit
der eigenen Haltung und der Haltung meiner Kolleg*innen zu gehen. Es erscheint
also sinnvoll, Gruppenregeln im Team gemeinsam zu reflektieren und zu prüfen.
Dort wo es eine Haltung gibt, braucht es keine Regeln (vgl. Koten 2018).
Orientiert an den folgenden Punkten kann ein Team bestehende und zu entwickelnde Regeln in gemeinsamer Reflexion prüfen. Wichtig hierbei ist nicht, zu jedem Punkt einen Konsens zu finden, sondern die Unterschiedlichkeit der einzelnen Teammitglieder sichtbar zu machen.
1. Worum geht es?
2. Was sind die persönlichen Erfahrungen aller Teammitglieder zu diesem Thema?
3. Was ist die persönliche Haltung aller Teammitglieder zu diesem Thema?
4. Gibt es gesetzliche oder einrichtungsinterne Vorgaben?
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