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Diese Wut, die mich immer wieder einholt
Gelingende Traumabearbeitung durch Beziehungsgestaltung Die heilende Komponente im Auflösen von traumatischen Übertragungsstrukturen/Beziehungsdynamiken liegt vor allen Dingen in der Gestaltung der Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen. Das Entwickeln einer vertrauensvollen und sicheren Verbindung zu den Erwachsenen, die es ermöglicht, die nötige Sicherheit zu finden, um neugierig zu explorieren, ist unabdingbar für eine emotionale Nachreifung. BEISPIEL
Tobias’ alleinerziehende Mutter war aufgrund eigener Belastungen nicht in der Lage, ihn und seine Geschwister zu versorgen. Tobias’ Erleben, dass Erwachsene nicht in der Lage sind, ihn zu versorgen, bringt er in vielen Situationen in der Wohngruppe zum Ausdruck. Er macht alles alleine und harscht die Pädagoginnen an, sie sollen sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. Die Beziehung zu den Pädagoginnen scheint gestört durch die von Misstrauen, Angst und Ohnmacht geprägte Bindungserfahrung. In der Übertragung sind die traumatischen Anteile für die Pädagog*innen in der Gegenreaktion spürbar.
Nienstedt und Westermann (2008) sehen die Übertragungsbeziehung als grundlegend an, um durch das nochmalige Erleben gleicher Situationen in einem pädagogischen Umfeld eine Heilung der traumatischen Übertragung zu ermöglichen. Wenn eine traumatische Übertragung wirkt, »ist es Aufgabe der Pädagogik, diese traumatischen Übertragungsphänomene nicht konflikthaft zu verstärken« (Weiß 2013a, S. 174). Es ist ein pädagogischer Auftrag, durch das Verstehen der traumatischen Übertragung die Kinder und Jugendlichen über ein korrigierendes Beziehungsangebot zu entlasten. In der Beziehungsdynamik sind es ebenso die Rollenerfahrungen, die die Mädchen und Jungen übertragen. »In krisenbesetzten Begegnungen reinszenieren die Kinder ihre Erfahrungen und zeigen in ihrem Verhalten Opfer- oder/und Täteranteile« (Lang, B. 2013, S. 139). Diese Rollenzuschreibungen drängen die pädagogische Fachkraft in unreflektierten, stressbelasteten Situationen geradezu in Gegenreaktionen, die sich am ehesten mit der Retter-, Opfer- oder Täterrolle beschreiben lassen (Lang, B. 2013). Das Wissen, Wahrnehmen und Reflektieren der Gegenreaktion sind im pädagogischen Kontext zentrale Elemente der Arbeit mit traumatischer Übertragung, um korrigierende Beziehungsangebote aufrechtzuerhalten (Lang, Th. 2013). Thomas Lutz und Wilma Weiß haben für den Umgang mit traumatischen Übertragungen in der Pädagogik einen Lei(d)tfaden entwickelt.